Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 508 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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508 Bücherbesprechungen fortgedauert hat. Gerade in der Äkzentuation gibt es gewisse Merkmale, in denen kaum zwei Handschriften miteinander übereinstimmen. Wenn man nach dem Sinn und Zweck der Äkzente fragt, muß doch das das Entscheidende sein, was die erste Verwendung dieser Zeichen bezweckte, und da, meine ich, wie schon oben gesagt, spricht alles dafür, daß durch diese Zeichen, oder vielmehr durch deren Vorläufer, welche sie auch sein mögen, der Satz in seine sinngemäßen Bestandteile zerlegt werden sollte, um dem Leser das Verständnis zu erleichtern. In diesem Zusammenhang sei auf die Einleitung zum Abschnitt über die Äkzente in der von J. Derenbourg unter dem Namen ״Manuel du Lecteur“ herausgegebenen Kompilation (Journal Äsiatique 1870 S. 379; Sonderdruck Paris 1871 S. 71) hingewiesen. Wenn auch diese massoretisch-grammatische Äbhandlung in ihrer jetzigen Gestalt eine Ueberarbeitung eines älteren Werkes ist und neuere Zusätze aufweist, so geht sie doch in ihrer ursprünglichen Form zusammen mit den ältesten Teilen der Diqduqe ha-te’amim und anderen ähnlichen Werken zurück bis auf die ältesten Massoreten. In dieser Einleitung nun, die zweifellos zu den ältesten Bestandteilen des Manuel gehört, heißt es, daß ״die Äkzente nötig sind, um damit den Sinn der Worte zu erklären und die Sätze zu ordnen . . (כבר ביארנו שהטעמים צריכין להם לבאר בהן עניני הדברים ולתרץ בהן מאמרים) Auch die Verwendung der Äkzente in nicht-kanonischen Schriften in alter Zeit spricht für deren hermeneutische Bedeutung und nicht, wie Spanier S. 13 meint, für die Regelung der feierlichen Vortragsweise dieser Schriften. Es ist schwer denkbar, daß man bei einem Lexikon oder bei einer Reisebeschreibung gerade den Vortrag durch Äkzente hat festlegen wollen. Zu den mit Äkzentzeichen versehenen nicht-biblischen Texten, die auf S. 13 aufgezählt sind, ist übrigens noch die mit Vokal- und Akzent- Zeichen (hauptsächlich Trennungsakzenten) ausgestattete Äntiochusrolle in Cod. Hebr. IV der Kgl. Bibliothek zu Kopenhagen hinzuzufügen. Äuch die schon oben erwähnte Uebereinstimmung der Äkzentsetzung mit der ältesten Auslegung der Halacha und des Midrasch spricht für die ursprüngliche hermeneutische Bedeutung der Äkzente. Spanier hat in seiner Arbeit auch das babylonische Äkzentuationssystem, wie es im Petersburger Prophetenkodex und in den von P. Kahle in ״Massoreten des Ostens“ veröffentlichten Fragmenten vorliegt, mit in seine Untersuchungen hineinbezogen; ebenso das palästinensische System. Äuch durch diese Untersuchung meint Spanier eine Bestätigung für seine Satzakzent-Theorie bekommen zu haben. Aber gerade diese Systeme zeigen doch noch deutlicher