Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 506 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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506 Bücherbesprechungen Licht zu rücken. Bezeichnend aber ist, daß der poetische Zug als besonders charakteristisch so oft hervorgehoben wird. Das Auf und Ab in seinem Wesen, das Ringen um sein Selbst, der naive Wille, sich hinzuneigen zu jedem Hauch von Geist und jedem Odem von Gefühl, das nur dem Dichter und s o nur dem dichtenden Juden oder besser: nur dem ganz reinen Juden zu eigen ist, es war in der Tat ein hervortretender Zug in der Persönlichkeit Abraham Elia Kaplans, ein Zug der durch alles ging, was diese Seele umfaßte, und darum auch diese Seele in ihrer Eigenart begreiflich macht. Es w a r — das ist das Bittere. Was ist? Nur das Tun. A׳löge es dem Geiste dieses Mannes nicht zuwider sein! •זכר צדיק לברכה j. G. Arthur Spanier: Die massoretiscken Akzente. Eine Darlegung des Systems nebst Beiträgen zum Verständnis ihrer Entwicklung. Akademie־Verlag. Berlin 1927. In der Einleitung des hier zu besprechenden Buches erzählt Spanier, nach welchen Gesichtspunkten er seine Untersuchungen über die Akzente in Angriff genommen habe, und bringt eine chronologische Uebersicht über die Arbeiten, die das Thema von demselben Gesichlspunkie aus behandeln. In dem folgenden Abschnitt ״Der Zweck der Akzentuation“ setzt er sich mit den Richtungen, nach denen die Akzentuation erklärt wird, auseinander. Er selbst ist im Verlauf seiner Untersuchungen zu dem Resultat gekommen, daß die Pausierung der Wörter, die durch die Satzstruktur bedingt ist,v die Satz- Struktur selbst und der Satzakzent parallel laufen, und zwar im Hebräischen in weit höherem Grade als etwa im Deutschen. Die struktuellen Zusammenhänge der Wörter werden im Hebräischen durch Zeichen ausgedrückt, die Pause und Akzent andeuten. Dieses System sei bis in seine letzten Konsequenzen ausgebildet. Ob die Akzente nun hermeneutischen oder rethorischen Sinn haben — diese Frage muß Spanier nun auch im Sinne der rhetorischen Erklärungsweise entscheiden (im Abschnitt ״Der Satzakzent“ S. 110 ff.). Die musikalischen Deutungsversuche lehnt Spanier völlig ab. Man muß Spanier dafür dankbar sein, daß er daraut aufmerksam gemacht hat, daß der Satzakzent in den meisten Fällen mit der Akzentuation zusammenfällt; ״denn der Satzakzent“, so meint Spanier auf S. 7, ,,genügt vollkommen, uns den rhythmischen Gehalt nicht nur der Prosatexte, sondern auch der poetischen Stücke zu erschließen“. Aber weiterzugehen und in der Akzentuation nur