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Jeschurun · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 501

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 501 (sequence 79)
Language
German
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Der XVI. ZionistenkongreB und die erste Tagung usw. 501 Spiels, das die Council-Sitzung bot. Die Fruchtbarkeit der zionistischen Arbeit, die so viele Gruppen und ungewöhnliche Menschen bezwungen hat, ist doch ergreifend. Nur ein hartes Wort über Leon Blum, aber kein Abklang der gewaltigen Demonstration, die über Erwarten Zeugnis ablegte von dem fruchtbaren, tatbereiten Einheitswillen gewaltiger Teile der Judenheit, ist bei Landau zu lesen. Ich konnte an manchen Stellen den Eindruck nicht los werden, daß Landaus Aufsatz nur begreiflich wird, wenn man den Begriff der Verdrängung zu Hilfe nimmt. Vielleicht leidet Landau an einer unglücklichen Liebe zum Zionismus. Es ist ihm, aus mir unbekannten Gründen, nicht geglückt, Zionist zu werden, wozu er gewiß viele Anlagen mitbringt. Daraus resultiert das Mißverhältnis zu der großen jüdischen Bewegung, und deshalb, wie das so oft in entsprechenden Situationen der Fall ist, findet sich soviel affektbetonte Ablehnung, wo ein grundsätzlich viel heftigerer Gegner ruhiger und — gerechter geurteilt hätte. Seine Reaktionen sind in der Bekämpfung besonders heftig, vielleicht nur deshalb, weil die Möglichkeit zu großer Liebe in ihm angelegt war, nicht aber manifest werden konnte. So aber trüben sich seinem Auge bereits Tat- Sachen und Konstellationen, und stellen sich Gedankenreihen her, die weitab vom Wege adäquater Erfassung und gerechter Bewertung liegen. Eben darum bin ich geneigt, die vielen Urteile, die unerträglich selbstsicher, überlegen und hochmütig klingen, nicht so streng zu beurteilen, wie sie es verdienen. Nur das muß der Jeschurun-Leser erkennen: Landau hat ihm kein getreues Bild des Züricher Geschehens entrollt und auch dessen Hintergründe, Voraussetzungen und Konsequenzen hat Landau falsch gedeutet. VI. Der Leser wird aus meinen kritischen Bemerkungen ungefähr meinen Eindruck von Zürich erfaßt haben. Alles nochmals positiv und im chronologischen und systematischen Zusammenhang aufzubauen, ist am Ende einer so langen Kritik unmöglich. Deshalb kurz: Der Kongreß war ernst und würdig,

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