Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 499 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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Der XVI. ZionistenkongreB und die erste Tagung usw. 499 gion sein soll!). Uebrigens kommt es mehr auf die Haltung des Jischuw in א״י an, und es ist geradezu lächerlich, gegenüber dem Agency problem künstliche Erdbeben und Vulkanausbrüche der Orthodoxie zu inszenieren, wie Landau 2s tut. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Agency kein Verband orthodoxer Juden ist. Sie macht keinen Anspruch auf das Prädikat orthodox, aber sie leiht der Verfestigung religiöser Institutionen ihre Mittel und ihren Willen. Wenn das altgläubige Judentum seine Möglichkeiten in der Agency — wie im Zionismus — erkennt, dann ist ihm nicht der ״größte Feind“ in dem ״maskierten Gebilde“, das das echte Judentum verfälscht, entstanden, und es muß kein ״neues Kampfobjekt“ (das die militante intransigente Orthodoxie ja immer und überall findet), entstanden. Kämpfen wohl, aber in der Agency für die Tradition. Trotz aller Schmähungen ist der Misrachi im Kampf um die jüdische Wirklichkeit im Fortschreiten begriffen; ja, er beweist mit seiner Existenz und seinen Resultaten die Berechtigung vertrauensvoller Teilnahme an der Agency, zu der ja erfreulicherweise wesentliche Teile der gesetzestreuen Judenheit sich entschlossen haben. — Wieder muß ich bei Landau unzutreffende Berichterstattung rügen. Der Misrachi, der vielleicht bei früheren Kongressen schon eine ansehnlichere Vertretung hatte, war noch niemals in einer so geachteten Position. Nichts, aber gar nichts stimmt von all dem, was Landau über die ״unwürdige, etwas lächerliche“ Situation sagt. Zwischen der Linken und dem Misrachi hat die Wertschätzung sehr zugenommen; man achtet gegenseitig die Ideale, und die Existenz des Hapoel Hamisrachi hat zudem ein direktes Band geschaffen: der Kampf um die soziale Gerechtigkeit hat die Menschen genähert. Und nun muß ich, so schwer es mir ist, ein Wort in eigener Sache sprechen. Ich hätte gern auf Landaus lobende Worte über meine Kongreßrede — das Korreferat in der Kulturdebatte — verzichtet, wenn er statt dessen lieber die politischen Aus- Wirkungen der Wirklichkeit entsprechend wiedergegeben hätte.