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Jeschurun · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 498

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 498 (sequence 76)
Language
German
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498 Der XVI. ZionistenkongreB und die erste Tagung usw. vom Pinsker Dialakt; ebenso wenig war es nötig zu schreiben, daß Weizmann seine polyglotte Gabe gern zur Schau stellt. Auf dem Kongreß tut er es niemals, und auch sonst paßt er sich nur den Notwendigkeiten an. Der Man 11, dessen Schlichtheit die stärkste Waffe ist, posiert auch in diesem Falle nicht. — Den prachtvollen Eifer für das Hebräische als Ausfluß des Snobismus und einer ausgeklügelten Marotte hinzustellen, wie Landau es tut, ist sowohl als Sgmptom völliger Verständnislosigkeit wie mangelnden Willens sich einzufühlen, höchst bedauerlich. Ich will mich nicht bei den falschen Prognosen aufhalten, die Landau der Zionistischen Organisation stellt. Von einer Phase der Auflösung kann keine Rede sein. Es handelt sich vielmehr um einen sich vorbereitenden neuen Gleichgewicbtszustand, in dem das Verhältnis zwischen zionistischer Mitte und Flügeln nicht mehr so starr sein wird. Der Begriff zentrifugale Kraft ist hier nicht zutreffend; nicht Zentrum und Peripherie sind die Standorte der Gruppen. Statt der starr-statischen Einheit wird eine dynamische entstehen, die viel reicher an Potenzen sein wird. IV. Ich vermisse in Landaus Aufsatz jeden ernsten Versuch, die Rolle des Misrachi mit der gebührenden Achtung zu analysieren; nicht viel anders ist es um die Behandlung des religiösen Problems in der Jewish Agency bestellt. Auch andere als ich werden über den Passus auf S. 412 ff. den Kopf schütteln. Die Aufnahme der Misrachiresolution in die Agency- Verfassung unter Mitwirkung der Marshallgruppe mag man je nach seinem Glauben an den Wert von Paragraphen für bedeutsam oder gleichgültig halten: daß sie nur die Pflege der traditionell fundierten Religiosität und die überlieferten Institutionen im Auge hat, ist gewiß, und deshalb kommt es nicht auf die Größe des Unterschiedes zwischen den Peoth des Kalischer Raw und der weißen Nelke im Knopfloch Felix Warburgs an (die wohl kein Symbol seiner persönlichen Reli-

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