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Jeschurun · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 495

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 495 (sequence 73)
Language
German
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Der XVI. ZionistenkongreB und die erste Tagung usw. 495 keit zur Debatte steht und nicht der Feuilletonist. Ich bin über״ zeugt, daß auch hier eine überstrenge Kritik Landau die Feder geführt hat. Vor allem aber ergibt ihm die literarkritische Äna״ lyse eine Möglichkeit mehr, die Gestalt Herzls des Nimbus zu entkleiden. Viel viel verhängnisvoller und schärfster Abwehr wert ist der völlig unzulässige Versuch Landaus, vermittels eines salto mortale die Kritik des gesamten Zionismus dadurch zu vereinfachen, daß er ihn auf das Problem Herzl reduziert. Er stellt diese Gleichung in unglaublich leichtfertiger Weise her. Weil der Kongreß im Zeichen Herzls, insbesondere aus Anlaß des 25. Todestages, stand, weil jede Gruppe bemüht war, die Vereinbarkeit ihrer Politik mit der Herzischen Ge״ dankenweit darzutun, ist die Identität erwiesen! Als ob nicht die Pietät und unauslöschliche Liebe und Dankbarkeit gegen unseren ersten Führer jede Glorifizierung begreiflich machten und gerade diesmal, als ein besonderer Anlaß zum Gedenken vorlag und ein Rückblick auf einen zu Ende gehenden Abschnitt sich von selbst ergab, der nochmals den Vater der Bewegung als lebendig wirkende Kraft uns einprägt. Er ist und bleibt der Heros unseres aufstrebenden Volkes. Aber keinesfalls be״ deutet dieser Akt der Treue eine sklavische Bindung an den Meister, eine Stillegung von Idee und Bewegung. Jeder weiß, wieviele Menschen und Gedanken unterdessen unsere Sache befruchtet haben und zu Bestandteilen von ihr geworden sind. Es ist nicht das erste Mal, daß Gegner des Zionismus es ver״ suchen, einen vereinzelten Theoretiker zum Exponenten unserer Idee zu machen, um dann nach erfolgter Erschütterung oder scheinbarer Widerlegung dieses zionistischen Ideologen den ganzen Zionismus als unhaltbar auszugeben. Erkennt man immer noch nicht, daß Zionismus wie jede große Bewegung, die alle Kriterien des Lebens besitzt, reicher aber auch wider״ spruchsvoller ist als jede Theorie, die ihn lehrt? Der Irrationa״ lismus des Lebens und des volklichen Daseins sprengt jeden Rahmen. Deshalb ist es verfehlt, etwa Klatzkins Darstellung als konsequenten Nationalismus zu bezeichnen und aus den

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