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Jeschurun · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 494

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 494 (sequence 72)
Language
German
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494 Der XVI. ZionistenkongreB und die erste Tagung usw. um Schönheit und Größe bei Euch zu sehen und anzuerkennen. Umso beachtlicher aber ist nun meine im Grunde vernichtende Kritik.“ Ob nun dieses Zwar — Aber so zu verstehen ist oder wirklich einem unentschiedenen Schwanken den Ursprung ver״ dankt, weil zwei Seelen, ach, in seiner Brust wohnen, und beide dazu verurteilt sind, unverbunden nebeneinander zu existieren, zu erleben und zu leiden — ganz gleich; für den Leser entsteht der peinliche Eindruck, daß hier etwas im Autor nicht stimmt, und das verstimmt außerordentlich. Nach der bisherigen gleichsam noch beim Formalen der Anlage des Aufsatzes von Landau, im Architektonischen ver״ bleibenden Kritik wende ich mich der ,,Würdigung Herzls“ noch einen Augenblick zu. Wer den ersten und zweiten Abschnitt auf S. 416 (auf S. 417 fortgeführt) miteinander ver״ gleicht, der wird fassungslos das Hell und Dunkel nebenein״ ander sehen, das nicht etwa nach Eigenschaften verteilt, Herzl charakterisiert sondern die Ganzheit seiner Persönlichkeit trifft. Solange noch Logik Geltung hat und eine Coincidentia Oppositorum nicht zulässig ist, kann ein Mensch nicht jetzt genial sein und zu den unvergeßlichen Gestalten unseres Vol״ kes gehören, ״dem alles Lebenskräftige, das selbst im Gegen״ satz zu ihm sich entwickelte, seinen Ursprung verdankt“, und einen Moment später (dem Leser haftet ja noch — hoffentlichI — derDithyrambus im Gedächtnis) eine im Grunde ״mediokre Natur“ sein, dessen konkrete Leistungen dann bagatellisiert werden. Ich bin im Zionismus einer derer, die nicht restlos dem Zauber Herzls verfallen sind. Aber das Wort von der mediokren Natur hat mich im Tiefsten empört. Dieses Wort hätte von Landau nicht geschrieben werden dürfen. Wenn er es gesagt hat, darf er sich nicht wundern, daß es ihm als Hochmut und mangelnde Einfühlung ausgelegt wird. Und ohne Notwendigkeit wird im Anschluß daran der ״seichte Viel״ Schreiber“ Herzl unbarmherzig vor den strengen Richterstuhl geschleift. Ich widerstehe der Versuchung, auch meinerseits den Novellisten (etc.) Herzl in den Kreis der Betrachtung ein״ zubeziehen, da hier die Politik und Herzls Führerpersönlich־

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