Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 465 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere 465 an das Vorhergehende nicht wahrscheinlich, ganz abgesehen davon, daß das תושיע das ,,Helfen“ wenig paßt und in die Zusammenstellung von אדם ובהמה ebenso wie bei IVialbim zuviel hineingelegt ist. Nein! es bleibt eben nichts anderes übrig, wie die ein״ fache Wiedergabe: Dem Menschen und dem Tiere, oder wie ohne weiteres einzusetzen ist: dem Menschen wie dem Tiere hilfst du Gott! Mit diesen Worten setzt die eigentliche Lösung ein, die Verkündung der optimistischen Weltanschauung; in vier Worten das wiedergebend, was den Inhalt der Reden Gottes am Ende des Buches Hiob ausmacht. Wie dort das Pro״ blem der Theoäieee in der letzten und höchsten Instanz abgewiesen wird mit dem Hinweis darauf, daß der Gedanke an alles scheinbare Unrecht im Weltenlauf verschwinden muß vor der Ueberzeugimg, daß Gott der Ällgütige und Älliebende ist, wie das dort belegt wird mit den Liebeserweisen, die sich in so mannigfacher Weise im Leben, im Äufwachsen und in der Erhaltung der Tierwelt kundgeben,1־ so hier das Gleiche mit!einem Stichwort, das eben dem das Rechte sagte, der die gegebenen Lösungen kannte. Auch im Leben der Tiere der Kampf ums Dasein, auch dort verschlingt der Stärkere den Schwächeren, und dennoch ist die Gesamtheit jenes mannigfaltigen Lebens ein sinnvolles Ganze, weil es beherrscht wird und begleitet von der ständigen, liebevollen Fürsorge Gottes. So muß auch der Mensch angesichts der unergründlichen Wege im Walten und Richten Gottes sich dieser Liebe bewußt werden: Wie köstlich ist deine Liebe Gott und die Menschensöhne13 finden im Schatten deiner Fittige Zuversicht.“ Von dieser Höhe der Erfassung der Tierliebe verstehen wir es, wenn die Midraschlehrer, die alle mit der Versenkung in den letzten Sinn des Schriftverses צדקתך בהררי אל ringen, 13 Vgl. Jesch. XIV, S. 608. 13 Das sonst hier unvermittelt auftretende בני אדם findet hierdurch auch seine Erklärung; die Tierwelt wird ja nur als Vergleich herangezogen.