Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 464 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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464 Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere Diese zu einer Abhandlung gewordenen Erklärungen müssen an Ort und Steile nachgelesen werden. SD kommen alle beide, wie schon unsere alten Erklärer, nicht zum rechten Verständnis der Worte אדם ובהמה תושיע ה׳ Mitte n in die erhabensten Gedan״ ken sind die Worte eingebettet. Unmöglich, nach dem schlichten Schriftsinn, Raschi: Den Menschen, die klug wie Adam, der erste Mensch, und sich doch so bescheiden wie das Tier, denen hilfst du. Nicht minder entfernt sich vom Schriftsinn Malbirn: Deine Gerichte in Belohnung des Guten und Bestrafung des Bösen müssen unergründlich, sein, wie der große innerirdische Wasserschwall, weil ,אדם ובהמה וגו weil der Mensch ein Gemisch aus Mensch und Tier, aus Geist und Körper, aus Freiheit und Gebundenheit ist und sein soll, die Freiheit aber nur zu wahren ist, wenn man das Gute um des Guten willen tut, Lohn und Strafen nicht mit Naturnotwendigkeit aut das gute und böse Handeln folgen, der Weg Gottes in seinem Richten und Vergelten dem menschlichen Auge verborgen bleibt. Ein״ leuchtender schon Hirsch: ,,Menschen und Tiere will Gott auf Erden das wahre beglückte Sein finden lassen. Wäre die Erde nur zum Wohnplatz der Tiere bestimmt, so könnte ebenso wie in den Himmeln Gottes הסד rein auf Erden walten. Denn wie die Engel kennt auch das Tier keine Ausschreitungen, übt seine Kräfte nur in der ihm vom Schöpfer eingeschaffenen Richtung, hat, wie das Wort der Weisen sagt, nur einen יצד den auf das gottgewollte Ziel gerichteten Trieb. Für das Tier könnte die reine חסד walten und fänden משפטי ה׳ auch auf Erden keine Stätte. Allein ׳אדם ובהמה der abweichimgs״ fähige, erziehungsbedürftige Mensch soll auch auf Erden den Boden zur Erreichung seiner Bestimmung finden. Darum muß für die Menschenerde Gottes חסד sich zur צדקה herab״ stimmen und neben der gewährenden צדקה das versagende und beschränkende Walten der ,משפטי ה in die Erscheinung treten/‘ So sehr diese Ausführungen — die übrigens bekanntlich im Zentrum der Exegese S. R. Hirschs stehen — auch in die Tiefe gehen, und nebenbei bemerkt dem Tiere eine hohe Stellang einräumen, so ist diese Anknüpfung des Schlußsatzes