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Jeschurun · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 436

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 436 (sequence 14)
Language
German
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436 Die 2. Kenessio Gedaulo zu Wien. giösen Judentum nicht froh werden kann, die er geheim zu halten wünscht, wie die geheime Flamme im Innern fortglimmt und zuweilen jäh emporlodert, wie sie in tausend Verkleidungen immer wieder ans Tageslicht kommt, sei es in der Opfer״ begeisterung des Chaluziuth, sei es in dem geistigen Drängen des Kultur ״Zionisten, ebenso meldet sich dauernd in Ä. J. die vernachlässigte nationale Grundlage wieder, in der Forderung der Mitarbeit am Aufbau Palästinas, in der Erweiterung der Basis der Gesamtbewegung. Die geistig״religiösen Ideale haben so etwas wie ein irdisches Schwergewicht, das sie aus den Höhen immer wieder zur Erde herniederzieht und ihre Vermäh״ lung mit der Erde fordert. Es hilft das geistvollste Referat des Präsidenten Jacob Rosenheims, daß Jischuw Erez Jis״ rcel nur eine Mizwoh unter anderen ist und nur als Mizwoh allein für die Ä. J. in Betracht kommt, nicht über das Faktum heraus, daß jeder, der es hört, im Herzen doch empfindet, daß hier emphatisch etwas verkündet wird, was nicht ganz wahr und echt ist, daß Palästina ein Mehreres ist, was auszu״ sprechen nur die Uebertreibungen anderer ihn hindert. Es hilft nichts, daß man den Einheitsgedanken der Ä. J. aus dem monotheistischen Einheitsgedanken gewissermaßen als einen rein metaphysischen ableiten will, denn in demselben Äugen״ blick wird verkündet, daß für das jüdische Volk jeder, der für das Judentum den Tod leidet, den er nicht erlitten hätte, wenn er nicht jüdischer Abstammung wäre, von unserem Volk als ״kodausch“ empfunden wird. Mir ist es gewiß: Auch in der Ä. J. muß sich alles Trutz״Judentum selbst überwinden und die breite Wirklichkeitsgrundlage herausbilden, die Seele und Leib der Bewegung miteinander zusammenführt. Die Streitfragen der Kenessio fanden ihre Erledigung durch den Spruch des rabbinischen Rates. Dieser trat auf der zweiten Kenessio ungeheuer machtvoll in die Erscheinung. Letztlich wurden alle Fragen des Tages, sogar die Schaffung eines Präsidiums und die Erwählung Jakob Rosen״ heims zum Präsidenten durch autoritatives Eingreifen des Mauezes Chachme Hatauro erledigt.

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