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Jeschurun · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 428

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 428 (sequence 6)
Language
German
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428 Die 2. Kenessio Gedaulo zu Wien. und träumt, aber man denkt nicht an Realisierung, an das Konkrete. Organisation, Zusammenschluß der Vielen soll praktische Wirkung erzielen. Es soll den Einzelnen einreihen wie einen Soldaten in Reih und Glied zur Ärbeit, zum Opfer. Sie sollen ihn vor allem zur finanziellen Steuer, zur Geldhergabe befähigen, daß durch die vervielfältigte Kraft die Mittel für hohe Zwecke bereitgestellt werden. Hier versagt die Ägudas Jisroel. Finanziell ist sie kümmerlich. Galt es, die Etats sicherzustellen, dann zeigte sich eine beschämende Kraftlosigkeit. Die auf Innerlichkeit, auf Gefühlsseligkeit eingestellte Menge hat nicht gelernt, daß eine untätige Beschaulichkeit ins Nichts verpufft. Es soll nicht verkannt werden, daß die Ä. J. nicht eine Bewegung der Reichen ist. Der Teilnehmerschaft der Kenessio fehlte ganz die Schicht der Millionäre. Wie immer ist die Religion das hauptsächliche Gut dessen, dem irdische Güter nicht allzu reichlich zufließen. Aber damit ist dieser Mißstand nicht entschuldigt. Es ist auch nicht die Aufgabe der A. J., in den Millionen zu wühlen. Ihr Aufgaben- und Betätigungskreis ist zunächst weit bescheidener. Aber wenn man bedenkt, wieviel Geld die Tausende, die zur Kenessio fuhren, für diese einzige Reise aufgebracht haben, so könnten mit den Kosten dieser einen Ver- Sammlung fast alle Bedürfnisse der Bewegung und die dringendsten Notwendigkeiten seiner Fonds bestritten werden. Es fehlt aber das Bewußtsein der Leistungspflicht, die Erkenntnis, daß durch kleinste Beiträge des Einzelnen große Massen doch Erhebliches aufbringen können, daß Pfennig um Pfennig addiert eine große Summe ergibt. Und so blieben selbst in den Kommissionen die Beratungen in der Mitte stecken. Sobald die erkannten Notwendigkeiten zu einer Geldforderung führten, fehlten die Deckungsmöglichkeiten. Alles bleibt ein schöner Traum. Das hat tiefere Ursachen. Es liegt m. E. tief in der seelischen Haltung des Agudisten begründet. Etwas Unkaufmännisches, Unrationales haftet der Bewegung an. Sie will das Reich der Ideen nicht verlassen. Das hat von jeher den

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