Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 409

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 409 (sequence 91)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2293065-2293069--10630-2303927
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Züricher Kongreß. 409 Der Züricher Kongreß. Von Dr. Maximilian Landau. Der Züricher Kongreß für den Aufbau Palästinas — so kann man die beiden unmittelbar zusammenhängenden Züricher Tagungen, den XVI. Zionistenkongreß und die Tagung des Councils der Jewish Agency for Palestine, zusammenfassend nennen — war nach mehr als einer Hinsicht ein bedeutsames Ereignis. Die Redner aller Parteien naben ihn als epochales Faktum in der jüdischen Geschichte geieiert oder beklagt, und mit Recht: denn zumindest für den Ausschnitt aus dem jüdisehen Gesamtleben, der Erez-Israel heißt, beginnt mit diesem Zeitpunkt eine neue Epoche. Die Bedeutung des Ereignisses liegt darin, daß die Judenheit der Welt die Chance, die man ihr geboten hat, nicht ausgeschlagen und sich bereit gefunden hat, das palästinensische Aufbauwerk aus der prekären Situation, in der es sich befindet, herauszuführen und ihm für absehbare Zeit eine angemessene Entwicklungsmöglichkeit zu sichern. Zugleich mit der intensiveren Weiterführung des Aufbauwerks selber ist auch die Richtung gewiesen worden, in der es fortgesetzt werden soll. Die große Antinomie im Palästinaaufbau, die darin besteht, daß — um die beiden großen Äufgabenkreise schlagwortartig zusammenfassen — Majorität und Prosperität im Anfang wenigstens einander ausschließen, ist dahin gelöst worden, daß man sich zunächst in einseitiger Weise für die letztere als Dominante entschied. Dazu zwangen die Notwendigkeiten des Augenblicks wie die Mentalität der neuen Partner. Man hat daher sinngemäß, trotz der heftigen Angriffe in der Generaldebatte, Sacher wieder zum Leiter der palästinensischen Exekutive bestellt, den Typus eines korrekten Ministerialdirektors, der der ausgezeichnete Mitarbeiter eines ideenreichen Chefs sein könnte, aber für die selbständige Leitung eines so schwierigen und neuartigen Verwaltungswerks nicht die nötigen Qualitäten auf weist. Man hat die Exekutive durch die bewährte Kraft Ruppins, einen hervorragenden Fachmann wie Prof. Lipman und die menschlich verehrungswürdige

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.