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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 387

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 387 (sequence 69)
Language
German
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Zur Bedeutung von אנא 387 nächstliegenden Wortlaut entsprechend übersetzt ״denn ich bin da:“ und so wird er auch von Raschi kommentiert ״denn ich bin demütig.“ Hiernach hätte also R. Josef bzw. R. Nachman darauf hingewiesen, daß die eigene Demut bzw. Sündenschau den Text der Mischna, wonach mit dem Tode Rabbis Demut und Sündenscheu aufgehört hätten, widerlege. Mehanscha hebt das Anstößige eines solchen Selbstlobes hervor und sucht den Anstoß zu beseitigen. Aber seine Erklärung löst die Schwierigkeit nicht, sondern steigert sie. Es darf bemerkt werden, daß alle Erklärungen versagen müssen, welche etwa den Versuch machen, eine Bescheidenheit zu rechtfertigen, die sich so unbescheiden zeigt, in dieser Form sich ihrer selbst zu rühmen. Daß die Gesetzeslehrer sich ihrer Demut bzw. ihre Sündenscheu in solcher Weise sollten gerühmt haben, widerspräche völlig ihrem Wesen. Man hat versucht, durch Drascherklärungen den Sinn 1T0n ״denn ich bin da“ umzubiegen. Aber so geistreich manche von ihnen1 auch sind, dem einfachen Wortlaut werden sie nicht gerecht. Ich glaube, daß hier ein anderer Weg eingeschlagen werden muß, um die Stelle zu erklären: Meines Erachtens kann אנא hier nicht bedeuten ״ich“, sondern ist anders zu übersetzen. Es ist hier nicht mit Patach, sondern mit Chirak zu vokalisieren, wie z. B. im Targum zu Mischle 1 Es sei mir gestattet, eine solche Drascherklärung zu zitieren, deren Kenntnis ich Herrn Josef Kohn in Kattowitz verdanke: Äls der Wolosiner Gaon R. Chajim sein Ämt als Rabbiner und Jeschiwaleiter in Wolosin antrat, nahm er unsren Satz zum Ausgangspunkt einer Drascha und sagte: Er sei in dieses hohe Ämt von Männern berufen worden, die ihn an Wissen weit überragten und würdiger als er seien, dieses Ämt zu bekleiden. Äus der Tatsache,’ daß ״ich hier bin“, nämlich als Schulhaupt, sei die Demut derer zu erkennen, die ihm dieses Ämt übertragen hätten. In diesem Sinne habe R. Joseph, als er zum Schulhaupt in Pumbedita erwählt worden sei, den Satz ״denn ich bin da“ gemeint, er habe damit auf die Demut der anderen Gesetzeslehrer, die ihn zu diesem Ämt berufen hätten, hingewiesen.

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