Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 385 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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Humanistische Gesetzesverteidigung 385 worden sind. Ebenso klar erhellt dies aus der Tatsache, welche von Valerius Maximus über einen gewissen Sulpitius Gallus berichtet wird, welcher die Frau verstieß, weil er erfahren hatte, daß sie in der Oeffentlichkeit mit enthülltem Haupte erschienen war, quod eam capite aperto foris versatam cognoverat. Diese Verhüllung bei den verlobten Frauen oder bei den .... Bräuten hieß n u b e r e. Unter dieser Bezeichnung liest man im genannten Diktionaire: Diese Bezeichnung bedeutet nach ihrem eignen und natürlichen Sinne ,,mit einem Schleier verhüllen“; erst von da aus hat es den Sinn ״sich verheiraten“ erhalten, weil die Bräute die Sitte hatten, den Kopf mit einem Schleier zu bedecken, wenn sie zu ihrem Bräutigam geführt wurden. ״Vir ducit, mulier nubet, quia pallio obnubet caput suum genasque ....“ Dieser Schleier, mit dem sich die Bräute [den Kopf] bedeckten, hieß flameum, und dieser Gebrauch hat sich auch unter den Hebräern in unseren Tagen erhalten, indem die Braut auf diese Weise in das Haus des Bräutigams geführt wird. — In der Geschichte des russisch-türkischen Krieges T. 6, 1770, S. 59, liest man: ״In den Äugen der Moldavier ist es eine schimpfliche Untugend für eine Frau, wenn sie die Haare zeigt. Dagegen würden die Mädchen mit Verdacht angeschaut, wenn sie sich den Kopf mit einem noch so leichten Schleier bedecken.“ Der Gebrauch der Hebräer, in der Synagoge den Kopf bedeckt zu halten, der Ihnen, wie es scheint, Staunen und Befremden verursacht, hat mir Gelegenheit gegeben, auch über den Gebrauch etwas zu schreiben, daß auch die Frauen den Kopf bedeckt halten; da sowohl der eine wie der andere Gebrauch infolge seiner Altertümlichkeit viele Beachtung gefunden,.4) so scheint es mir, daß er selbst dann volle 4) Vgl. Änmerkung 1. 5