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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 384

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 384 (sequence 66)
Language
German
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384 Humanistische Gesetzesverteidigung der Äeneis entnimmt, wo die Sybille sagt: ״Sobald eure Schiffe gelandet sind und ihr am Strande Altäre errichtet habt, um den Göttern zu opfern, so bedeckt euren Kopf und euer Gesicht mit einem Schleier. Denket daran, diese Art der Götterverehrung beizubehalten, und lasset sie von euren Nachkommen bewahren.“ Diese Tatsache wird von Cornelius Victor bestätigt, und zwar in seinem Auszuge der römischen Geschichte, wo er bei Erwähnung des Aeneas berichtet, daß sich jener trojanische Fürst beim Opfern am Meeresstrande das Gesicht mit einem Schleier bedeckte. Der heiligen Schrift entnehmen wir, daß die Hebräer sich das Haupt zur Zeit der Trauer bedeckten; und dieser Gebrauch hat sich bei vielen Völkern im Westen wie im Osten erhalten. Doch ist es natürlich, daß dieser Brauch auch in der Zeit der inneren Sammlung beobachtet wurde sowie in der Zeit, wo man sich der Andacht widmen wollte. Kurz: Es ist sicher, daß die Römer bei einer Anzahl der Hauptpunkte ihrer Religionsübung diesen Brauch besaßen, und daß man sich leicht davon überzeugen konnte, daß eine so offensichtliche Demutsbezeugung [nämlich die Hauptverhüllung] nicht weniger einem Gotte gefallen kann, wie sie auf Menschen Eindruck macht. Das Tuch, welches die Hebräer Taled (sic) nennen, wurde von den Römern tutulus genannt. Das eine wie das andere ist aus Wolle. (Picart T. 8. p. 2. pag. 167) (Morer. art. Adoration). Den Gebrauch der verheirateten Frauen, den Kopf bedeckt zu halten, findet man im Dictionaire des antiquites romaines, beim Artikel femina. Dort ist zu ersehen, daß die Frauen, wenn sie in der Oeffentlichkeit erschienen, verschleiert waren, d. h. mit verdecktem Haupte [gingen]; und das ist die Wahrheit, wie sich aus der! Medaillen der Livia, der Marise 3) und der Faustina beweisen läßt, auf denen diese Kaiserinnen mit einem Schleier auf dem Kopfe dargestellt

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