Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 383 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Humanistische Gesetzes Verteidigung 383 sten Zeiten fest eiageführten Brauch ersehen werden; — dies erhellt aus dem [Brauche], welchen Äeneas bei seiner An״ kunft an den Küsten Italiens2) vorschreibt: Purpureo velare comas ad apertus amientus, ne qua inter sanctos ignes in honore deorum hostilis fades occurat et omnia turbet Hunc socii morem sacrorum, hunc ipse teneto; hac casti maneant in religione. (Äeneis 3, Vers 405 ff.) Mit dieser Störung (omnia turbet) ist offensichtlich die Unruhe oder innere Bewegung gemeint, welche dem mit der religiösen Handlung beschäftigten Person der Anblick einer mit ihr verfeindeten Person oder einer solchen verursachen kann, zu der sie irgendwelche Zuneigung empfindet, — oder [der Anblick] eines anderen fremden Gegenstands, der sie von ihrer Andacht ablenken kann. In der Tat beteten die Römer mit bedecktem Kopfe, und nur von Saturn ist es unsicher, ob er mit bedecktem Haupte verehrt wurde; eine Sitte, welche die Römer den Griechen entlehnt hatten. D.3) Kopf: Lucem facere Saturno sacrificantes, womit capita deiergere gemeint ist, sich enthüllen, während man ihm opfert. Wir wissen ferner aus Makrobios in seinen Saturnalien, daß es ein fremder Gebrauch war, dieser Gottheit mit entblößtem Haupte zu opfern: ,,Hinc est, quod ex institufo peregrino, hinc deo sacrum, aperto capite, facimus. Dies deshalb, weil die Römer ihren Göttern nie anders als mit verschleiertem Gesichte opferten, was man dem Berichte 2) Der Satz von ,,Daß nicht nur“ bis ,,vorschreibt‘' ist aus einem so besonders verschnörkelten Satze des Originals übersetzt daß für seine pünktliche Uebereinstimmung mit diesem keine Gewähr besteht. Selbst ein vor ״Äeneas“ befindlicher Name bleibt unentziffert. 3) Vgl. Änmerkung 2.