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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 381

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 381 (sequence 63)
Language
German
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Humanistische Gesetzesverteidigung 381 zu machen suchte, welche am häufigsten dem Vorwurf des Barbarismus ausgesetzt sind. Ein Ungenannter, der auch den Adressaten seines Briefes nicht nennt und selbst Ort und Zeit nur schwach erraten läßt, wagt diesen Versuch über das Gebot der Kopfbedeckung beim Beten und über das der Haarverhüllung der verheirateten Jüdin. Sein italienischer Styl ist leicht und populär. Seine Zitate sind lateinisch, französisch und *־ italienisch. Die hebräische Sprache ist gemieden, und Hinweise auf die Quelle des jüdischen Religionsgesetzes fehlen absichtlich. Will doch der Verfasser lediglieh ״dem Befremden“ des Adressaten ״ein Ende setzen“. Uns darf also das Ensemble zweier Gesetze so verschiedener Bedeutung und Herkunft nicht wundernehmen. Auch ist die folgende Uebersetzung keineswegs als Gesetzes-Apologie für heutigen Bedarf gedacht, vielmehr sind die hier erwähnten Gesetze für uns von so unbedingt verpflichtender Kraft, daß es wohl — wenn überhaupt, dann — allgemeingültigerer Gründe zum Belege ihrer Herkunft bedürfte, als es der Verfasser unseres Briefes ״colla ragione e colla storia“ mithilfe von Vernunft und Geschichte erbringen kann. — Auch dieses aller Personenbezeichnungen bare Dokument der j ü d i s c h-humanistischen Zeit Italiens wird gewiß, — wie es mit einem Teil der in Jg. XV 11/12 und im vorigen Hefte besprochenen תשובות der Fall ist, — in irgendwelchem Sammelwerke wie פ״י oder Gir. seine Erwähnung finden, da der Styl und der Gedankengang die Zeit als die Wende des 17. zum 18. Jahrhunderts deutlich genug erkennen läßt. Der Verfasser selbst scheint nicht im Entfernsten jenen Kreisen angehört zu haben, die solchen klassischen Erinnerungen lieber als dem Religionsgesetze praktischen Gehorsam zollten, sondern scheint diese exoterischen Beweise wirklich nur dem staunenden Nichtjuden bieten zu wollen. Er dürfte daher zwischen jenen erleuchteten Geistern zu suchen sein, die als geistige Vorahnen von שד״ל — oder auch des in der Neuzeit berühmt gewordenen Benamozegh — dem Namen der ״jüdischen Wissenschaft“ in Italien einen rühmlicheren Klang verliehen, als er ihn in

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