Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 380 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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380 Humanistische Gesetzesverteidigung die Tora sich nicht über das Fortleben nach dem Tode und über die Unsterblichkeit der Seele ausspricht. Es wollte die Tora ein עץ חיים ein Lebensbaum sein. Sie wollte und sollte zu einem frommen, gottgefälligen Erden״ leben anhalten, aber sie wollte nicht Aufklärung über die Zustände und Verhältnisse geben, die dem menschlichen Be״ griffsvermögen und der menschlichen Vorstellungswelt ewig entzogen sind. Die Waltung darüber sollte ganz und gar Gott überlassen bleiben. Dadurch ist denn auch das Juden״ tum davor bewahrt geblieben, sich das Jenseits in grobsinn״ lieber und damit auch in einer wenig würdigen Weise auszumalen. Doch noch eine Schlußfolgerung glauben wir aus unserer Darlegung ziehen zu dürfen. Wenn die Tora in solcher Weise an die Erlebnisse in Aegypten anknüpft und mit ihren An״ Ordnungen und Gebeten auf sie Bezug nimmt, so ist dies ein unwiderlegbarer Beweis für das hohe Alter dieser Vorschriften, die die moderne Bibelkritik in eine recht späte Zeit zu setzen beliebt. Und wenn A. S. Yahuaa in seinem Werke: ,,Die Sprache des Pentateuch in ihren Beziehungen zum Äegyp״ tischen“ zu dem Resultate kommt, daß sie sehr oft auf die ägyptische Vorstellungswelt Bezug nimmt, so glauben wir in unserer Erörterung bewiesen zu haben, daß sie in dem be״ wußten Punkte nur aus jener Zeit verstanden werden kann. Humanistische Gesetzesverteidigung, Aus alten italienischen Rabbinatspapieren Von Rabb• Dr. B* Cohen* Die Zeiten sind auch für uns lange vorüber, in denen ein Beweis aus dem klassischen Altertum Gültigkeit als Auto״ rität besaß. Trotzdem oder vielleicht ebendeshalb dürfte es einen besonderen Reiz haben, uns einmal die Methode zu betrachten, nach der man in jener humanistischen Zeit den Andersgläubigen diejenigen Gesetze des Judentums plausibel