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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 377

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 377 (sequence 59)
Language
German
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Die Unsterblichkeitslehre im Pentateuch 377 spiegelt, aber wir vermögen nicht, sie klar und deutlich daraus zu erweisen.“ In der erwähnten Talmudstelle (Sanhedrin 90 f.) treten uns die von den verschiedenen Gelehrten gemachten diesbezüglichen Bemühungen entgegen. Doch wie ist die auffallende Erscheinung zu erklären, daß die Tora bei dieser so bedeutsamen Lehre sich mit bloßen Andeutungen begnügt, während sie bei anderen uns minder wichtig erscheinender! Materien sich der größten Ausführlichkeit befleißigt. Es liegt hier sicherlich eine bestimmte Tendenz vor, die wir nur durch einen religionsgeschichtlichen Vergleich unserem Verständnis nahe bringen können. Es sollte wohl hier gegen die in Aegypten herrschende Anschauung vor! dem Fortleben nach dem Tode Front gemacht und diese von Israel ferngehalten werden. Wie wir bereits angedeutet haben, bildete jene Anschauung die festeste Grundlage und den wesentlichsten Bestandteil des ägyptischen Gottesglaubens, und der ganze Kultus wurde nach seinem Wesen und in allen seinen Ausstrahlungen von ihm beherrscht. Zu Ehren der Toten wurden die feierlichsten Totenopfer dargebracht. Dem ,,Ka“, dem Schattenbild des Abgeschiedenen wurden, wie die neuerlichen Ausgrabungen es auch dartun, viele von den Gegenständen mit ins Grab gegeben, deren er sich im Leben bedient hatte. Er wurde für seine Seelen- Wanderung reichlich mit Speise und Trank versehen, und behagliche und reich ausgestattete Gemächer wurden für ihn hergerichtet. Dieser krasse Unsterblichkeitsglaube mit allen seinen Auswüchsen und Verzerrungen, mit seinen schädigenden Einflüssen auf die Lebensführung und die ganze Ausgestaltung des Diesseits, besonders aber mit der mit ihm aufs engste verknüpften Seelenknechtung vonseiten der Priester und ihrer unbedrohten Herrschaft über Leben und Tod sollte von Israel ferngehalten werden. Lieber wollte die Tora überhaupt nichts von dem Fortleben nach dem Tode sagen, als daß sie solch grobsinnlichen Anschauungen, wie sie in Aegypten gepflegt wurden, bei Israel Vorschub leistete. Israel sollte mit dem Auszug aus Aegypten nicht nur dem physischen Einfluß

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