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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 376 (sequence 58)
Language
German
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376 Die Unsterblichkeitslehre im Pentateuch emporzuheben sucht, wenn sich die Unvollkommenheit des Erdendaseins in schmerzlichster Weise geltend macht und dem Diesseits jeden Wert zu nehmen scheint. So muß denn Israel schon durch das Vorbild der Äeggpter mit dem Glauben an die Unsterblichkeit vertraut worden sein. Und doch finden wir in der Tora keine einzige Stelle, die sich klar über diese Lehre ausspricht, während man ihr in talmuaischer Zeit eine solche Bedeutung beimaß, daß man das Bekenntnis zu ihr als Vorbedingung für die ewige Glück- Seligkeit hinstellte. (Sanhedrin 90 u. f.) In allen Zeiten haben sich darum die jüdischen Gelehrten und Philosophen eifrig mit der Frage beschäftigt, warum sich die Tora nicht mit der Lehre von der Unsterblichkeit und mit den mit ihr zusammenhängenden Problemen befasse. (Vgl. J. Wohlgemuth, die Unsterblichkeitslehre in der Bibel.) Unerschütterlich fest Stand allen, daß der pentateuchischen Lebensauffassung und Geisteserscheinung die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele zu Grunde liege, und demzufolge wurde auch eine ganze Reihe von Stellen so gedeutet, daß man sie in ihnen wenigstens angedeutet fand. Nur wenige Beispiele seien angeführt. Vor allem wies man auf die Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott hin, die mit unbeweglicher Notwendigkeit den Glauben an die Unsterblichkeit involvieren. Diese Ebenbildlichkeit könne sich jedoch nur auf die Seele beziehen, und wie Gott unsterblich ist, müsse auch die Seele unsterblich sein. Dann führte man den Bericht der Schrift von dem Tode Henochs an (Gen. 5,24), wo der Äusdruck: כי לקח את:4 אלקים auf das Fortleben der Seele in der Nähe Gottes hindeute. Auch Rede- Wendungen ויאסף אל עמיו (Gen. 25,8) נאסף אל עמי (Gen. 49,29) wurden in diesem Sinne gedeutet. Zwingende Beweiskraft haben aber alle diese Stellen nicht. Dessen war man sich schon in talmudischer Zeit bewußt. So heißt es Sifre, Abschnitt haasinu: ר׳ סימאי אומד אין לך פרשה שאין יה תחיית המתים אלא שאין בנו יה לדרוש׳ Rabbi Simai spricht: Es gibt keinen Abschnitt in der Tora, in dem sich nicht die Lehre von der Unsterblichkeit wieder-

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