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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 375

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 375 (sequence 57)
Language
German
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Die Unsterblichkeitslehre im Pentateuch 375 Dieser Umstand hat eine ganze Anzahl von Gelehrten zu der Meinung veranlaßt, daß Israel zur Zeit Moses die Lehre von der Unsterblichkeit überhaupt noch nicht gekannt und daß man sich erst auf einer höheren Stufe späterer Entwicklung zu ihr amporgerungen habe. Doch schon aus historisch-psydialogischen Gründen wird man dieser Ansicht widerstreiten müssen. Denn von allen Völkern des Altertums kennt die Geschichte nicht ein einziges, das nicht in irgend einer Form den Glauben an die Unsterblichkeit gehegt hat. Und wenn die Völker auf niedrigster Kulturstufe der Meinung huldigten, daß die Seele nach der Trennung vom Leibe in einen Stein oder Baum übergehe, oder daß sie in irgend einem Tier- Körper fortlebe, so spricht sich auch schon hierin, wenn auch in roher Form, der Glaube an die Unsterblichkeit aus. Drum ist es kaum denkbar, daß man bei Israel in ältester Zeit des Glaubens gewesen wäre, mit dem Tode des Leibes sei es für den Menschen völlig aus. Soll Israel nicht einmal in unscheinbaren Amfängen besessen haben, was bei allen anderen Völkern ein aufs innigste gepflegtes seelisches Gut ausmachte! Diese Annahme ist um so unzulässiger, als Israel Jahrhunderte hindurch in einem Lande lebte, wo der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele eine so große Rolle spielte, daß das ganze Leben in allen seinen Verzweigungen und Ausstrahlungen von ihm beeinflußt wird und daß in dessen Dienst die gewaltigsten Baudenkmäler errichtet wurden, zu denen wir noch heute voll Staunen und Bewunderung emporschauen. Da ist es denn unmöglich anzunehmen, daß Israel, selbst wenn es von anderer Seite niemals etwas darüber erfahren hätte, durch die in Aegypten gemachten Beobachtungen nicht auf die Lehre von der Fortdauer der Seele nach dem Tode | hingewiesen worden sei. Und diese Lehre mußte um so eher | bei ihm Eingang finden, als sie wie kaum eine zweite einem | seelischen Bedürfnis entspricht. Ist es doch gerade der Glaube | an die Unsterblichkeit der Seele, der am tiefsten in das Ge-! müt eingreift und an dem sich der Mensch mit aller Kraft

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