Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 374 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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374 Die Unsterblichkeitslehre im Pentateuch aus blauer Ferne winken sehen. Da werden Sie historische Phantasien spinnen können.“ וכל לאמים מלכי ארץ * * ♦ יהללו את שם דד deklamierte mein junger Freund. Sehen Sie das ist wieder solch ein bezeichnender Kontrast zwischen jüdischen Königen und anderen. Soviel Menschliches, allzu Menschliches wir von unseren Fürsten wissen, aber sich selbst haben sie nicht im Bilde verewigt. Bei keiner Ausgrabung bisher hat man auch nur ein einziges Standbild oder auch nur das Münzporträt eines jüdischen Herrschers gefunden, während Äegypter! und Ässur und Babel davon wimmeln. Wie lächerlich wirkt das Siegesmal der Hohenzollern heute, wo die Geschichte einen Siebenmeilenschritt weilergegangen ist! Die große Sachlichkeit und Selbstlosigkeit fehlt der Gegenwartsmenschheit, daß sie nur das Walten Gottes rühmen, daß sie sich nur als Mittel in der Hand der Vorsehung empfinden, die alles lenkt und leitet.“ Wiederum ließ der Postillon seinen Sammelruf ertönen, der zum Einsteigen drängte. ״Kommen Sie, wir müssen eilen! Jetzt verstehe ich jenen einzig schönen Psalm. Das unbewußte Wirken der Natur wie das bewußte Schaffen des Menschen, beide gleichmäßig sollen Gott loben. Denn in beidem ist nur Gottes Hand allein gewaltig. Wie es falsch ist, sich einzubilden, es gäbe ein blindes Zufallswalten, so falsch ist es, sein eigen Tun und Lassen, Erfolg und Gelingen sich selbst zuzuschreiben. Sein Name ist allein erhaben!“ Die Unsterblichkeitslehre im Pentateuch. Von Rabbiner Dr, Rosenberg. Ist die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele in der Tora deutlich ausgesprochen? Diese Frage wird man wohl von vornherein verneinen müssen. Denn nirgends wird man im Pentateuch eine Stelle finden können, die sich eindeutig über das Fortleben der Seele nach dem Tode ausspricht.