Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 359 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Die göttlichen Attribute 359 dem göttlichen Thron gezeichnet (Raba Gen. 78), und darum wird er?׳ישררו der Gerade, genannt (Jesaja 44, 2). Er allein hat die beiden Elemente, Liebe und Recht, in sich zu vereinigen gewußt (s. oben), was weder Äbraham noch David vermochten (,׳(אבות דר״ב ל״ג א und hat damit die Fähigkeit erreicht, um derentwillen Gott als ,,heilig“ bezeichnet wird. Darum findet man die göttliche Heiligkeit lediglich mit dem Namen Jacobs verknüpft: והקדישו את קדוש יעקב (Jes. 29, 23; Kimchi z. St.). Der dritte Segensspruch der ש״ע ist dieser Heiligkeit gewidmet. Daß auch das Attribut der Gottesfurcht ׳בורא in ihm enthalten ist — da ja die Gottesfurcht, wie nachgewiesen wurde, ihre Quelle in der Heiligkeit hat — geht auch daraus hervor, daß die ursprüngliche Fassung dieser ׳ברכה auch für die Werktags - ש״ע lautete: ״קדוש אתה ונורא שמך״ (Sifre, Deut. 33, 2 und 35 פדר״א). So zeigen zugleich jene drei ersten Segenssprüche an Hand der göttlichen Attribute, wie der Weg zur Heiligkeit über die Synthese von גדולה־חסד und גבורה־דין führt. Diese letzten Ausführungen sind als kurzer Abriß eines Systems der theologischen Ethik zu werten. Die Fülle der psychologischen Werte, der erkenntnistheoretischen Ausblicke und der pädagogischen Motive, die sich überdies zwanglos aus der Untersuchung ergaben, beweisen die umfassende Bedeutung der göttlichen Attribute ^גדוק־־1 גבדר דגור für die Gestaltung des jüdischen Weltbildes und der jüdischen Lebensanschauung. Darüber hinaus soll aber die hier angewandte Methode zugleich die Erkenntnis vermittelt haben, daß an der Quelle der jüdischen Begriffswelt, mit ihrem inneren Reichtum und ihrem tiefen Ideengehalt, noch ein verborgener Schatz zu heben ist, den man als die reine, und darum klassische jüdische Philosophie bezeichnen kann.