Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 351 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2293065-2293069--10572-2303869- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
OCR text
Die göttlichen Attribute 351 als ,,gefürchtet“ bezeichnet.7 Denn gerade die vergebungsreiche Milde ist es, die Gottesfurcht erzeugt. Ohne Aussicht auf Verzeihung ist eine Besserung kaum zu erwarten: (Ps. 130, 4) :׳כי עמך הסליחה למען תרראי denn bei dir ist Vergebung, damit du gefürchtet werdest“ (vgl. auch Jerem. 33, 9 und Hosea 3, 5). Aus diesen Zusammenhängen heraus wird erst jene Wendung im Schacharisgebet verständlich: כי בשם קדשך ׳הגדול והבורא בטחנו ננילה ונשמחה בישועתך denn auf deinen heiiigen Namen, den großen und gefürchteten, vertrauen wir; wir wollen jubeln und uns deiner Hilfe freuen.“ Diese Auffassung findet ihre Bestätigung in dem ausführlich entwickelten und vielfach variierten Gedankengang des Midrasch zu dem Schriftvers: (Levit. 19, 2) כי קדוש ׳אני י * denn heilig bin ich.“ Unter Hinweis auf den Satz des Propheten: (Jesaja 5, 16) ויגבה ה׳ צבאות במשפט והאל ׳הקדוש נקדש בצדקה und erhaben ist der Ewige Zebaoth durchs Gericht und der heilige Gott wird heilig durch Milde“ — findet der Midrasch die göttliche Heiligkeit darin, daß Gott, nicht aus Schwäche, sondern aus Gerechtigkeitssinn Milde und Gnade mit dem Recht vereinigt, und diese Gegensätze harmonisch in eine höhere Einheit aufzuheben weiß. Und auch hier kommt der Gedanke zum Ausdruck, daß gerade durch das, worin Gott frei und erhaben über die Bedingtheit des irdischen Gerichtes ist, seine Heiligkeit zu begreifen sei, nämlieh durch die Milde, mit der er zu richten vermag: והאל 7 Der Zusammenhang zwischen גדול und קדש wurde bereits im ersten Teil dieser Abhandlung erläutert; vgl. hierzu noch W. Jawitz, מקור הברכות S. 28 ff. Die in der Uebersetzung dieses Verses zum Ausdruck gebrachte Gegenüberstellung des irdischen und himmlischen Königs gewinnt ihre Berechtigung dadurch, daß hier von dem König gesprochen wird, dessen Macht durch die Liebe zum Recht begründet wird, während Gott als der König bezeichnet ist, der nicht minder als das Recht auch die Milde liebt: ״מלך אוהב צדקה ומשפט"• Vgl. dieselbe Gegenüberstellung im Pijut zum 1. Tag von ר״ה-