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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 350 (sequence 32)
Language
German
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350 Die göttlichen Attribute das göttliche Gericht zu einem unfehlbaren, absolut gerechten, kurz, zu einem ,,heiligen‘4 Gericht wird. Der Mangel, welcher der menschlichen Gerichtsbarkeit stets anhaftet, und als Ursache ihrer Härten erscheint, liegt in dem Unvermögen, den rechten Ausgleich zwischen Strenge und Milde, zwischen Recht und Liebe zu finden. Es ist dem staubgeborenen Menschen nicht gegeben, den Widerspruch, der in seinem irdischen Wesen geblieben ist, und jede Dissonanz, die in der Verbindung von Gerechtigkeit und Liebe erklingen könnte, völlig aufzulösen. Das Recht, ׳משפט steht im Widerspruch zu ׳צדקה das der Talmud (Sanhedrin 6 b) als Milde, Nachsicht, friedfertiges Entgegenkommen auf faß!:בל מקום שיש משפט אין צדקה וצדקה אין משפט (dortselbs!) überall, wo Recht ist, da ist keine Milde, und wo Milde, kein Recht.“ Und ferner: ,׳״משפט שיש בו צדקה זד ביצוע" Recht, in dem Milde ist, das ist ein Vergleich. Im Gegensatz hierzu steht nun die göttliche Gerichtsbarkeit, die dadurch charakterisiert ist, daß in ihr Recht und Milde unzertrennlich verbunden sind. ״הצדקה קשורה בדין תחת כסא הכביד״ (jalkut zu Deuteron. 33, 21). Die Vereinigung dieser beiden Prinzipien wird geradezu als der ,,Weg Gottes“ bezeichnet: (Gen. 13, 19) ושמרו דרך ה, לעשות צדקה ומשפט Nicht ׳משפט das Recht, das ja auch der Mensch übt, sondern צדקה ist als das eigentlich Wesentliche zu betrachten, wodurch sich das göttliche Gericht über das Menschliche erhebt und wodurch es jene absolute Vollkommenheit erreicht, um derentwillen der göttliche Richter als ,,heilig“ erkannt und als soleher ,,gefürchtet“ wird. In dem bereits zitierten Ps. 99 (3—6) sind diese Gedanken klar enthalten:״יודו שמך גדול וגורא קדוש הוא ועז מלך משפט אהב אתה בובברת מישריבם משפט וצדקה ביעקב אתה עשיר־־ד רוממו ה' אלקיגו והשתחוו להדכט רגליו קדוש הוא: Sie preisen deinen Namen, groß und gefürchtet, — heilig ist er. Die Königsmacht liebt das Recht. Du aber gründest die Billigkeit (s .Raschi), Recht und Milde übst du in Jaakob. Erhebet den Ewigen, unseren Gott, und bücket Euch vor dem Schemel seiner Füße! Heilig ist er!“ Mit Hinblick also auf Billigkeit und Milde wird Gott als ,,heilig“ und darum auch

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