Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 349 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die göttlichen Attribute 349 wieviel mehr bei den Sündern.“ In ähnlicher Weise, nur mit abweichender Auslegung, wird der gleiche Vers in Midrasch (zu Ps. 3, 1 und Hohes Lied Äbschn. 4) gedeutet: ״Gefürchtet bist du, Gott, durch deine Heiligtümer ,durch das, was du an deinem Heiligtum tatest; wenn er bei seinem Heiligtum kein Ansehen berücksichtigte, um wieviel weniger, wenn er die Anderen einst bestrafen wird.“ Insbesondere scheint das hier erwähnte Moment, daß ״kein Ansehen berücksichtigt wird“, für das ,,Gefürchtetwerden“ des göttlichen Gerichtes maßgebend zu sein, was ebenfalls aus der äußeren Verbindung dieser beiden Momente in der Ausgangsstelle (Deuteron 10,17) ersichtlich ist: ״ . . . Der große, starke und gefürchtete Gott, der kein Ansehen kennt und keine Bestechung annimmt.“6 Hieraus erklärt sich die Definition des Tana debe Elijahn (II, 23) zu ,,״ :“נוראAlle fürchteten dein Gericht, das wahrhaftig ist und du berücksichtigst kein Ansehen.“ Aehnlich drückt sich Akedath Jizchok aus (Einleitung): ״Das Attribut נורא weist darauf hin, daß er ein gerechter und gerader Riehter ist, der jedem nach seinem Wandel vergibt und bei dem es kein Unrecht und kein Ansehen der Person gibt.“ Diese absolute Gerechtigkeit, die den Gerechten nicht minder verschont, als den Sünder, gilt also als Erklärung für נורא, ebenso wie als Aeußerung der קדושה In der קדושה של ר״ה ist mit den Worten: ״ובכן תן פחדך * . ושמך נורא על כל מה שבראת״ diese Beziehung der Heiligkeit mit der Gottesfurcht auch in diesem letzten, speziellen Sinne zum Ausdruck gebracht. Allein diese hier festgestellte Unparteiischkeit des göttliehen Gerichtes kann noch keineswegs als dessen wesentliches Merkmal §ngesprochen werden. Denn Unparteiischkeit, wie auch Unbestechlichkeit, werden ganz ebenso vom irdischen Richter verlangt. Es ist vielmehr ein ganz anderes, wodurch 0 So auch in Chr. II, 19, 7: ״So sei nun Furcht vor dem Ewigen auf Euch, hütet Euch bei Eurem Tun, denn bei Gott ist kein Unrecht, kein Ansehen der Person und Annahme von Bestechung“.