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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 348

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 348 (sequence 30)
Language
German
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348 Die göttlichen Ättribute furcht die unerbittliche Gerechtigkeit bezeichnet, mit der Gott selbst die Vergehen seiner Geheiligten bestraft. Äus genau demselben Grund wird Gott auch als ,,heilig“ bezeichnet, was ganz deutlich aus Ps. 99, 5—9 hervorgeht. . Erhebet den Ewigen, unseren Gott, und bücket Euch vor dem Schemel seiner Füße! Heilig ist er. Mosche und Aharon unter seinen Priestern, und Schemuel unter den Verkündern seines Namens, — sie riefen zum Ewigen, und er erhörte sie. In der Wolkensäule redete er zu ihnen, sie hielten seine Zeugnisse und das Gesetz, das er ihnen gegeben. Ewiger, unser Gott, du erhörtest sie, warst ihnen ein verzeihender Gott, — und doch ein rächender ob ihrer eigenen Taten. Erhebet den Ewigen, unseren Gott, und bücket euch vor seinem heiligen Berg! Denn heilig ist der Ewige, unser Gott!“ Aus diesem Zusammenhang folgert Raschi (z. St.): ,,Heilig wird Gott in der Welt dadurch, daß er es mit den Gerechten genau nimmt, und so heißt es auch (Ex. 29): geheiligt durch die, die mich ehren.“ Wenn jedoch Heiligkeit absolute Gerechtigkeil bedeuten soll, so darf sie sich nicht einseitig auf die Bestrafung der Gerechten beschränken, sondern muß sich billigerweise auch auf die Ahndung der Sünder erstrecken. Auch diese Seite der göttlichen Heiligkeit wird zum Ausdruck gebracht. Im Midrasch zu Ps. 150, 1: ,,Wann wird Gott heilig in der Welt? Wenn er die Sünder bestraft.“ Dieser Gedanke wird besonders von R. Schimon ben Jochai zum Midrasch Raka Levit. Kap. 24 ausführlich dargelegt.5 Nach den früheren Ausführungen über den Zusammenhang der Heiligkeit mit der Gottesfurcht, erscheint es nunmehr folgerichtig, wenn auch das Attribut נורא in Beziehung zum ,,Strafgericht an den Sündern“ gebracht wird. So erklärt Raschi (zu Levit. 10, 3), ausgehend von der oben zitierten Talmuderklärung des Schriftverses: ״Gefürchtet wirst du, Gott, durch deine Geheiligten“; wenn Gott an den Gerechten Strafgerichte übt, wird er gefürchtet, erhoben und gerühmt; wenn es bei diesen so ist, um 5 Vgl. ferner Mechilta zu Ex. 14,4 und Sifre zu Deuteron. 32, 3.

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