Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 345 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die göttlichen Ättribute 345 Furchtbares am Schilfmeer . . .“ (Ps. 106, 12) folgendermaßen: ,,Die Wundertaten und die Umkehrung des Natürlichen nennt man ,,Furchtbares“, weil durch sie Gott über die Mensehen erhaben wird und durch sie fürchten sie ihn und erkennen ihn als den Herrn des Älls, der die Natur nach seinem freien Willen ändern kann.“4 Es ist gerade diese Wundertat am Schilfmeer, die den Zusammenhang zwischen גבוד und ׳נורא wie es einleitend erklärt wurde, am klarsten erkennen läßt. Die Schriftstelle nämlich, aus der das Wesen der Gewurah als übernatürliches Geschehnis und Taivollstreckung abgeleitet wurde, war der Vers: ,,Israel sah die große Hand, die Gott an Äegupten geübt hatte“ (Ex. 14, 31; hierzu den 2. Teil dieser Arbeit), der in seiner Fortsetzung lautet: ׳וייראו העם את ה׳ da fürchtete das Volk den Ewigen.“ Hier wird also ganz deutlich die Gottesfurcht auf das göttliche Wunderwirken zurückgeführt (vgl. auch Sifre Deut. 34, 12: ״ולכל המורא הגדול זו קריעת ים סוף"• Auf den Zusammenhang mit der Heiligkeit hat Kimchi ebenfalls in seinem Kommentar zum eingangs zitierten Vers (Ps. 68, 36) hingewiesen: ,,Die Furcht“ überkommt den Menschen von deinen Heiligtümern aus, denn dort thront die Herrlichkeit und von dort gehen die Wunder aus für Israel, um derentwillen du gefürchtet wirst.“ Daher wird das Attribut נורא mit Hinblick auf ,,furchtbare Wunder“ angewandt, wie aus Jeruschalmi Berachoth VII, 4 und Midrasch zu Ps. 19, 2 ersichtlich ist: ,,Warum sagte Daniel והנורא? Weil er dachte, es geziemt sich, ihn 30 zu nennen, denn er tat uns ,,Furchtbares“ in der Löwengrube und im Feuerofen.“ Hieraus erklärt sich auch die Wendung im נשמת Gebet: הנורא בבוראותיך• So erscheint es schließlich auch folgerichtig, wenn Gott um seiner Schöpferkraft willen, als: ׳נורא הוא על כל אלקים gefürchtet über alle Götter“ gepriesen wird, ,,denn alle Götter der Völker sind Götzen, aber Gott hat den Himmel erschaffen . .“ (Ps. 96,4). Aus allen 4 Vgl. hierzu ferner Kimchi zu Ps. 65, 6 und 66, 5; sowie Malbim zu Ps. 96, 4.