Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 344 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293065-2293069--10565-2303862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Malbim 2× ep/1002711
OCR text
344 Die göttlichen Ättribute dernde — Freiheit des Seins, Wollens und Vermögens, ist der Begriff der ׳קדושה die in eigentlichem Sinne nur von Gott zu prädizieren ist.“ Äus dieser Auffassung ergibt sich eine erste Auswirkung der göttlichen Heiligkeit, die von Malbim (zu Levit. 19, 2) folgendermaßen geschildert wird: ,,Da Heiligkeit Absonderung bedeutet und Erhabenheit über alles Stoffliehe und Naturhafte ... so bedeutet die Heiligkeit, die auf Gott bezogen wird, daß er sich über die naturgesetzliche Weltlenkung erhebt, zu der übernatürlichen und wunderbaren, und alles Naturhafte überwindet und versinken läßt.“ Diese Bedeutung ist vor allem an jener Stelle aus dem Meereslied (Ex. 15, 11) in Betracht zu ziehen: ,, מי כמכה באדר בקדש בורא ׳"תהלות עשה פלא wer ist wie du, mächtig in Heiligkeit, erhaben über Lobpreisungen, Wundervollbringer.“ Noch deutlicher wird der Zusammenhang zwischen Heiligkeit und Wundervollbringung in Psalm 77, 14, in dem ein Rückblick über die Wundertaten am Meere mit den Worten eingeleitet wird: ״אלקים בקדש דרכך מי אל גדול כאלקים י אתה האל עשה פלא"׳ Gott in Heiligkeit ist dein Weg, welcher Gott ist groß wie Gott, du bist der Gott, der Wunder tut.“ Ebenso Ps. 68, 25: ׳ראו הליכותיך אלקים הליכות אלי מלכי בקדש ״ sie sahen deine Gänge, Gott, die Gänge meines Gottes, meines Königs in Heiligkeit.“ Erscheint somit erwiesen, daß die übernatürliche Waltungsweise zu den Wesensäußerungen der göttlichen Heiligkeit gerechnet wird, so ergibt sich andererseits, daß — wie Malbim zu obigem Vers erläutert — Gott ebenfalls נורא genannt wird, weil ,,er Wunder tut und die Naturgesetze umändern und zunichte machen und die Welt in wunderbarer Weise führen kann.“ Deutlich wird diese Be- Ziehung zwischen dem Heiligen und dem ,,Gefürchtetwerden“ aus dem gleichen Vers abgeleitet: ׳הקב״ה בורא ואדיר בקדושה Gott ist gefürchtet und mächtig in Heiligkeit“ (jeruschalmi, Berachoth IX, 5). Durch seine Wundertaten erweist sich Gott als בגד כל עמך אעשה נפלאות אשר לא נבראו בכל הארץ ובכל הגוים :נורא ״וראה כל העם * * י את מעשה ה׳ כי נורא הוא" (Ex. 34, 10). So erklärt David Kimchi die Worte: נוראות על ים סוף