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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 341

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 341 (sequence 23)
Language
German
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Die göttlichen Attribute 341 Die göttlichen Attribute. Eine begriffliche Untersuchung. Von Distriktsrabbiner Dr. Elie Munk« (Schluß.) III. Die wichtigsten Ergebnisse, die aus der bisherigen Erörterung hervorgegangen sind, lassen sich folgendermaßen zusammenf assen: Die Machtvollkommenheit und die absolute Freiheit in der Beherrschung aller sittlichen und physischen Kräfte lassen Gott als ׳גדול groß, erscheinen. Durch die ungehinderte Ausübung und Vollstreckung seiner Macht, die sich in der Ueberwindung jener Kräfte kundgibt, offenbart sich Gott als גבור , als ,,stark“. Das nunmehr zu besprechende dritte Attribut נורא, bezeichnet nicht mehr eine neue und spezielle Eigenschaft Gottes; vielmehr umschreibt es den Eindruck, den das göttliche Wirken auf den Menschen macht. Mit ,,furchtbar“ wird in landläufiger Weise dieses Attribut wiedergegeben, was jedoch, wie noch zu erweisen sein wird, seinem Inhalt nicht ganz entspricht. Zunächst aber ist klar ersichtlich, daß dieses נורא auf eine menschliche Gotteserkenntnis deutet und infolgedessen sich seine Geltung nur auf den Kreis der Sterblichen beziehen kann, während hingegen die erhabene göttliche Freiheit, die גדולה bedeutet, ein Seinszustand Gottes ist, der ganz unabhängig von allen Naturwesen, wie auch von menschlicher Erkenntnis fortbesteht. Hier stehen sich gleichsam zwei Welten gegenüber, die der göttlichen Freiheit und die der menschliehen Erkenntnis. Zwischen ihnen vermittelt aber die göttliehe Tat, als גבורה bezeichnet, durch die Gott aus seiner chen Resultat kommen. Nur die Wertung dieses Resultats ist verschieden. Es kommt eben auf die Ärt des ״Zusammenbringens“ an, ob sie eine organische oder anorganische, ob ein Nebeneinander oder ein Ineinander, ob das Jüdische, das Thoratreue, das alles Beherrschende, das Zentrum ist, oder das andere.

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