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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 330

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 330 (sequence 12)
Language
German
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330 Moses Mendelssohn und das thoratreue Judentum תררת הערלה bewiesen, nur aus jüdisch-religionsphilosophischen Werken hat und beileibe nicht aus Aristoteles selber,4* wenn das in einer Periode geschieht, die der spanischen nicht allzu ferne stand und unter Zeitverhältnissen, die nicht die Gefahr einer Auflösung der religiösen Grundüberzeugungen und der praktischen Frömmigkeit in sich trugen, so kann man sich denken, wie es um das Interesse für Bildung in der Zeit Mendelssohns stand. So war das Bedürfnis für jenen Ausgleich garnicht vorhanden. Mendelssohn selbst hat das auch mit dürren Worten ausgesprochen, er wird dabei recht bitter und zum Teil auch ungerecht. Geradezu kindlich klingt es, wenn er dem Jargon eine so entscheidende Rolle beimißt und vor allem keinen Sinn für die außerordentliche Bildungsmöglichkeit hat, die der ihn umgebenden jüdischen Masse eigen ist. Er sollte bald, mehr als ihm lieb war, über die geradezu wunderbare Kraft aufgeklärt werden, die im jüdischen Volke schlummert und die innerhalb einer einzigen Generation viele Hunderte nicht nur zu Kennern, sondern auch zu Trägern und Förderern der deutschen Bildung machte. War es aber wirklich an dem, daß keine Veranlassung gewesen wäre, zu Schutz und Trutz der Erhaltung der Ueberlieferung in die Bresche zu treten? In den höheren sozialen Schichten bei den Hoffaktoren, den Großkaufleuten, hatte der Abfall zur Zeit Mendelssohns schon vielfach überhand genommen. Und der Mendelssohnsche Kreis selbst? Auch zu Lebzeiten Mendelssohns war er bis auf wenige Ausnahmen mit dem Alten zerfallen. Ein David Friedländer wurde nicht an einem Tage aus einem Anhänger und Freunde Mendelssohns zum Verfasser des Sendschreibens an Probst Teller. Die völlige Passivität Mendelssohns erklärt sich zunächst aus seinem Charakter. Er war von einer seltenen Willenskraft, wenn es galt, an sich selbst zu arbeiten. Mit welch zähem Fleiß und welcher Energie er seinem schwachen Körper 4* / שו״ת רמ״א סי, ד

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