Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 316 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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316 Die Entstehung des babylonischen Talmuds Halacha. Vor dieser Gefahr wurde das Judentum durch den großen R. Äse hi bewahrt. In seiner Jugend hatte er erst in Mechusa, dann in den verschiedenen Einzellehrhäusern gelernt.39) Im Jahre 371 übernahm er die Leitung des Lehrhauses in dem dicht bei Sura liegenden Mata Machseja und ließ es als Suraner Hochschule zur zentralen Metibta Babyloniens werden. Neben den hervorragenden Gaben und Eigenschaften R. Äschis, trugen folgende Umstände dazu bei, ihn den Hauptredaktor des Talmuds werden zu lassen: 1) die lange Dauer seiner Wirksamkeit (56 J., 371—427), 2) das Glück, einen Mitarbeiter wie Rabina I40) zu haben, 3) die große Zahl seiner Schüler, 4) die neue Welle palästinensischer Lehrer, die jetzt wieder nach Babylonien kam. Er hatte das seltene Glück, in fast sechzigjähriger Tätigkeit den gewaltigen Stoff der tannaitischen und bisherigen amoräischen Ueberlieferungen in den Kallamonaten Elul und Adar zweimal öffentlich vorzutragen und mit Kollegen und Schülern durchzuarbeiten. Vor allem war es der große Rabina I., mit dem er in gemeinsamen Diskussionen die schwebenden stofflichen und begrifflichen Fragen erörterte. Neuer Stoff und neue Anregungen kamen von palästinensischen Gelehrten, die jetzt Mata Mechseja, das Zentrum des jüdischen Geisteslehrens, auf suchten.41) Eine der wesentlichsten Aufgaben R. Äschis war die Sichtung des gewaltigen Stoffes. Wurden doch die Traditionen 39) R. Aschi war noch Schüler Rabas; vgl. Halevy, S. 541 ff. In persönlichem Verkehr mit R. Nachman b. Jizchak sehen wir ihn Men 102 a (gegen Tos.) s. a. Seb. 27 a und 27 b, wo R. Nachman R. Äschi verteidigt. Als Schüler Amemars finden wir ihn Men. 37 b. Sein Hauptlehrer, zumindest für eine Zeit, war R. Kahana; vgl. die oft gebrauchte Formel ״כי־ היינן ־בי רב כהנא z. B. Ber. 39 a. Auf eine direkte mündliche Ueberlieferung R. Papa’s bezieht sich R. Äschi in Ab. s. 40 a. 40) Ueber Rabina und sein Verhältnis zu R. Äschi s. Halevy, Dor. Har. II, S. 536 ff. und III, S. 74 ff. 41) Vgl. Halevy, Dor. Har. II, S. 571 ff.