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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 317

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 317 (sequence 99)
Language
German
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Die Entstehung des babylonischen Talmuds 317 von mehr als 2000 Gesetzeslehren mündlich fortgepflanzt. In früheren Generationen war die Zahl geringer; auch hatte sich der Stoff auf verschiedene Lenrhäuser verteilt, jetzt floß alles in Mata Meehseja zusammen. Sollte nicht das Gedachtnis überbürdet werden, so mußte alles nicht unbedingt Notwendige ausgeschaltet werden. Die Auswahl war ebenso schwer wie verantwortungsvoll, aber notwendig.12) Die von früheren Generationen bereits geordneten Diskussionen wurden in der Regel von R. Äschi selbst vorgetragen; dann entspann sich über sie eine neue Erörterung, in die R. Aschi erklärend und abschließend Eingriff.13) Zuweilen vertrat ihn Rabina I.41) Wenn auch R. Äschi der Hauptredaktor des Talmuds war, so darf man ihn keineswegs als Endredaktor betrachten.13) Tatsächlich haben wir im Talmud viele Diskussionen der Ämoraim nach R, Äschis Tod. Besonders seien genannt sein großer Sohn Mar bar R. Äschi und Rabina II, auch Maremar und R. Tosfaa.40) Sie setzten die Arbeit des Meisters fort. Gestützt auf ihre selbständige Behandlung stritten sie zuweilen gegen R. Äschi oder stellten neue Halachot fest. Es war höchste Zeit, den Talmud zu vollenden. In der zweiten Hälite des fünften Jahrhunderts begannen auch in Babylonien 12) Vgl. Funk, Juden in Bab. II, S. 106 ff. 43) Halevy, Dor. Har. II, S. 562 ff. macht darauf aufmerksam, daß zuweilen eine längere Diskussion vorgetragen wird, ohne daß R. Äschi genannt ist, bis zum Schlüsse Ämoraim aus der Metibta R. Äschis ihn anreden. Man sieht daraus, daß bis jetzt R. Äschi der Vortragende war, bezw. vortragen ließ, z. B. Kid. 6 a/6 b. 41) Vgl. Halevy a. a. O., S. 590 ff., wo darauf hingewiesen wird, daß an manchen Stellen sich die Ämoraim an den bis dahin noch gar nicht erwähnten Rabina wenden, z. B. B. k. 26 a. 13) Äus B. m. 86 a רב אשי ורביגא סוף הוראה ist es naheliegend anzunehmen, daß dieser Rabina — Rabina II — nach R. Äschi lebte, wie es R. Scherira (ed. Lewin, S. 95) ausdrücklich sagt; s. a. die Anmerkungen Lewin S. 6,3; S. 69,2; S. 95,6; Halevy, Dor. Har. II, S. 588; III, S. 14 ff. 16) Vgl. Iggeret, S. 94—97. S. Halevy III, S. 85—102. Äußerdem gibt es noch einige Zusätze aus nachamoräischer Zeit, über die s. G. w. noch zu sprechen ist.

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