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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 285 (sequence 67)
Language
German
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Rückwirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung usw. 285 nische Welt kannte keinen Ruhetag, keinen Sabbath. War da ein Jude zu חלול שבת gezwungen, so geschah dies aus religiöser Unduldsamkeit. Wirtschaftlich aber hatte die Sabbathheiligung für den Juden, trotzdem sein heidnischer Nachbar keinen Ruhetag kannte, keine Nachteile Einerseits weil die Arbeitszeit keine, wie in unserer Zeit gesetzlich limitierte, vor״ geschriebene war, so daß ein Einholen der Erzeugung bei einigem Fleiße immer möglich war, andererseits weil Handel und Gewerbe in der primitivsten Form und unter den primitivsten Bedingungen sich abwickelten. Unter den damaligen merkantilistischen und gewerblichen Umständen konnte der jüdische שומר שכרת sowohl leistungsals auch konkurrenzfähig bleiben. Nicht um vieles änderte sich die Lage in den Ländern des Ch r is tentums. Konstantin der Große (321), der den Sonntag statt des Sabbaths einsetzte, verbat den Christen jede nicht dringliche Arbeit am Sonntag, und Kaiser Leo III. (717—741) untersagte endlich jegliche Arbeit an diesem Tage. Hierdurch wurden die Sabbath haltenden Juden nicht nur nicht getroffen, im Gegenteil. Dadurch hatte der christliche Handwerker eben nur soviel Werktage wie der Jude, dem die Sonntagsruhe nicht aufgezwungen war. Was den jüdischen Händler anbetrifft, so machte er gerade am Sonntag sein Hauptgeschäft, da der feiernde Bauer eben den Sonntag dazu benutzte, seine Produkte in die Stadt zum Verkauf zu bringen und seine Bedürfnisse für die ganze Woche einzudecken. Äehnlich war die Lage in den Ländern des Islams. Industrie im modernen Sinne, Industrie mit ihren Produktionsproblemen und -möglichkeiten gab es nicht. Verkehrsmittel und Transportwesen waren ebenfalls aufs primitivste bestellt. Von einer Intensivierung der Gütererzeugung und deren Verschleiß im modernen Sinne, von einem Spiel der Kräfte, von Kombinationen, wie sie die moderne Wirtschaft kennt, und die die Frage der שמיררת שברת -Möglichkeit mehr als tangieren, konnte damals keine Rede sein. ÄrbeitsmÖglichkeit

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