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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 284 (sequence 66)
Language
German
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284 Rückwirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung usw. In der langen vortechnischen Zeit, von Mara (vgl. Me-׳ chilta zu Ex. 15,25) bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in der auch die Äera der Emanzipation einsetzte, war die Befolgung oder Uebertretung des Gebotes der Sabbathheiligung hauptsächlich von der religiösen Einstellung des Einzelnen abhängig; vom Verständnis des Einzelnen für die hohe Bedeutung der Sabbath-Idee, von der Wertung dieses Leben und Freude spendenden Geschenkes Gottes an sein Lieblingsvolk, dieses zaubervollen Regulators menschlichen Handelns und menschlichen Schaffens, oder von der Wachsamkeit der Gesetzeshüter כשהשנים כתקונן bezw. vom Verhalten der Be׳־ sieger und Bedrücker Israels zu verschiedenen Zeiten. In Erez-Israel, in dem auf theokratischer Grundlage aufgebauten Staat, war der Sabbath der offizielle Ruhetag. Dort mußte alles am Sabbath feiern. Ein solch allgemein durchgeführter Ruhetag kann zwar im Einzelfall wirtschaftlichen Nachteil verursachen — Beispiele sind überflüssig — im Großen und Ganzen aber war die strikte Einhaltung desselben eine rein religiöse Frage. Die Sabbathheiligung schaffte weder Bevorzugte noch Benachteiligte in der Welt der Wirtschaft. (Wie es in unserer Zeit bei den Nichtjuden in Bezug auf die Auswirkung der Sonntagsruhe geschieht). Eine Sabbathentweihung war damals mehr eine Insubordination Einzelner, die ebenso andere Gebote der Thora mißachteten. Es waren מחללי שבת aus Gesinnungs- oder Bequemlichkeitsgründen. Als später Griechen und Römer das heilige Land unter ihre Botmäßigkeit brachten, und die Judenheit in ihrem Lebensnerv zu treffen suchten, untersagten sie die Ausübung der Gebote und die Pflege der Thora. Sie verboten ganz besonders die Heiligung des Sabbaths (Äntiochus IV, Epiphanes und Hadrian). Der jüdische Sabbath litt also unter religioser Verfolgung. Seine Entweihung wurde als ein Teil der religiösen Not empfunden. Vermochte man diese abzuwenden, so war auch der Sabbath gerettet. Nidit anders war es in den Ländern der Diaspora, wohin immer Teile unseres Volkes verschlagen wurden. Die faeid-

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