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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 276

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 276 (sequence 58)
Language
German
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Gedol habajith 276 Gewohnheitsrechts. Man war sich aber dessen bewußt, daß sie nichtjüdischen Ursprungs sind, und daß sie eine fremde Rechtsauffassung vertreten. Wo aber das jüdische Recht im Wege der Evolution, der Weiterbildung, seine Formen umgestaltete beispielsweise beim Ägab, gab es auch auf dem unfreiwilligen Wege zur Fiktion den Grundsatz vom persönliehen Charakter der Schuld nicht auf. Gedol habajith. Eine unveröffentlichte Responsensammlung aus dem Schülerkreise des Rabbi Jizchak Lampronti. Von Rabb. Dr. B. Cohen. Ein Haufe vergilbter Blätter läßt eine spurlos versunkene Glanzepoche des Judentums neu vor unseren Äugen erstehen. Drei an sich nicht weltbewegende Fragen des Religionsgesetzes mit den Antworten der Großen, die vor 200 Jahren in Italien unsere geistigen Führer waren, lassen uns über die damalige jüdische Gelehrtenkorrespondenz und ihre Eigenheiten ganz neue Erkenntnisse zukommen. Das kann in unserer Zeit, die das italienische Judentum deutlich aus seiner religiösen Lethargie erwachen sieht, nur von großem Nutzen sein. Eine Grundeigenschaft jener Korrespondenz ist schon die Gewissenhaftigkeit, mit der sie geführt, gesammelt, geordnet und z. T. geheftet wurde. Zwar herrschte noch nicht jene übertriebene Schreibsucht, die den sonst nicht unbedeutenden Levi Elia, Sohn des Matitia halevi in Älessandria um 1850 zum Buchführen über seine Bettelempfehlungen und zum Dichten und Ällegorisieren in solchen verleitete. Aber schöner Stgl wurde mit gewissenhafter halachischer Gründlichkeit gepaart, und selten sprengt der Inhalt die Form.*) Die Anfragen betreffen: 1) die Dauer der Trauertage für einen Bruder, der den Tod seiner Schwester auf der Heimreise *) Unsere Betrachtung gilt nur der Formgeschichte der Halacha, nicht dem lialachischen Inhalt.

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