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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 263

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 263 (sequence 45)
Language
German
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? חבר עיר Was ist 263 ist. An dieser Stelle ist wohl consensus omnium, daß hier unter חבר nur an ein Kollegium, nicht an eine Einzelperson zu denken ist. R. Elieser lehrt sogar, daß ein mussaf-Gebet für Einzelne überhaupt nicht besteht. Ich gestatte mir, hierfür folgende Erklärung vorzuschlagen. Die täglichen Gebete bestanden schon lange vor der Zerstörung des Tempels. Die schacharith-, minchah- und maariv-Gebete entsprachen gleichzeitigen Opferhandlungen im Tempel. Der Beter wußte, daß er zeitlich sich mit dem täglichen Morgenopfer, Nachmittags- Opfer oder der Opfertierverbrennung des Abends im Tempel im Einklang befand. Anders beim mussaf-Opfer. Dieses war ja an keine bestimmte Tageszeit gebunden. Es konnte den ganzen Tag über dargebracht werden. Für den Beter bestand also keine Gewißheit, daß in Jerusalem gleichzeitig das mussaf- Opfer hingebracht wurde; nicht einmal der ungefähre Anhaltspunkt einer in sich geschlossenen Tageszeit. Daß die drei erstgenannten Gebete vornehmlich als Gebete der Einzelnen aufgefaßt wurden, ergibt sich schon daraus, daß Einzelpersonen, nämlich Abraham, Isak und Jakob als ihre Begründer erkannt wurden (b’rachoth 26b). Vom mussaf-Gebet wird Gleiches nicht berichtet. Das mussaf-Gebet galt demnach nur als Gebet einer Gesamtheit, nicht des Einzelnen. Manche Gemeinde hatte nun in einer sgnagogalen eine kommunale Organisation, die die Gemeinde auch in liturgischer Beziehung vertrat. Auch aus unserer Stelle ergibt sich wieder die Richtigkeit unserer Auffassung vom Zweck des cheber ir. R. Jehuda, der der Ansicht ist, daß auch für den Privaten das mussaf-Gebet eine Pflicht ist, erklärt nämlich, daß dort, wo ein ח״ע besteht, der Einzelne befreit ist. Der ח״ע deckt die Gemeindemitglieder. Ist das nicht dieselbe Beobachtung, die wir bis jetzt bei allen Funktionen des ח״ע beobachtet haben? Auch in rosch haschanah 34b hören wir von der autoritativen Ein- Wirkung des sgnagogalen cheber ir auf die Gebete der Einzeliren am rosch haschanah beim Schofarblasen. Indem wir uns noch der dritten Stelle zuwenden, in der von dem ורע als einer sgnagogalen Organisation die Rede ist,

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