Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 261 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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? חבר עיר Was ist 261 veranlaßt. Zu den Obliegenheiten der חבורות gehörte auch ללקט עצמות* Es entfällt damit auch eine angebliche Schwierigkeit, auf die Korovitz hinweist, um nachzuweisen, daß חבורות und ח״ע nicht identisch sein können. Denn nach unserer s’machoth-Stelle fungierte (nach bisheriger Auffassung) der חבר עיר ja gar nicht bei ליקוט עצמות (H. S. 13). Wir haben erwiesen daß sein Eingreifen sogar recht wirksam ist. Am Ende von s’machoth (XIV) finden wir endlich folgende Vorschrift: הכל מעלין לבית האבל גלוסקאות בשר ודגיבם ובחבר־־* עיר ירק וקטניורת ודגים• Kuchen, Fleisch und Fische sind Vertreter besserer Speisen. Es soll wohl (in beiden Fällen) nicht gerade gesagt werden, daß alle drei Arten zusammen gebracht werden sollen; vielmehr nur, daß man den Leidtragenden vollwertige, ansehnliche Nahrungsmittel geben muß. Grünzeug, Hülsenfrüchte und Fische, von denen an zweiter Stelle die Rede ist, sind hingegen minderwertige, einfache Speisen. Auch diese Stelle bereitete bisher allen Uebersetzern ganz außerordentliche Schwierigkeiten. Krauß sieht das Auffallende darin, daß Privatleute reiche Gaben spenden sollen, während die vielköpfige ,,Sgnagoge höherer Ordnung“, hier von ihm ״Stadtverband“ genannt, mit ärmlichen Geschenken kommt. Man stelle sich das rührende Bild vor, wenn etwa in der ärmlichen Stube einer Witwe mindestens 10 hohe Würdenträger der Stadt erscheinen und in feierlicher Form persönlich einen Korb voll Erbsen auf den Tisch stellen! Wie aber läßt es sich erklären, daß diese Korporation sich geradezu knauserig zeigen soll, während die Einzelnen verpflichtet werden, großzügig zu sein? Krauß baut auf diesen Erbsen mit apodiktischer Gewißheit ein kulturpolitisches, historisches Gebäude auf. Es sollte damit der Kampf R. Gamliels gegen den Luxus, besonders in den Trauergebräuchen, praktisch unbenutzt dem Volk durch seine berufenen Führer ein gutes Vorbild für Einfachheit und Genügsamkeit gegeben werden. — — —: Welche Naivität der Auffassung! Das Volk soll zur Einfachheit erzogen werden und dies soll dadurch erreicht werden, daß man ihm vorschreibt I