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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 259 (sequence 41)
Language
German
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? חבר עיר Was ist 259 so aufzufassen, daß, wer einen Armen bedenken will, dieses nur durch Vermittlung des ח״ע tun darf; der zu bedenkende Arme soll persönlich von ihm davon in Kenntnis gesetzt werden, daß für ihn eine Gabe deponiert ist; das Wort בטובה könnte möglicherweise auf die gütige Vermittlertätigkeit des ח״ע hinweisen. Der Wechsel von צדקה und ג״ח bietet einige Schwierigkeit. Jedenfalls bedeutet hier צדקה ein genau begrenztes Almosen in Geld (daher hier der Ausdruck ׳(פוסקין ג״ךן aber eine Liebesgabe, an Leidtragende etwa, gemäß der in der talmudischen Literatur gegebenen Definition der beiden Begriffe. Unsere Stelle hat übrigens eine Parallele in Tos. schebiith VII9. Auch über das Wirken des ח״ע als eines kommunalen Beerdigungsorganes wird an mehreren Stellen berichtet. In s’machoth XI werden einige Unterschiede angegeben, die zwischen Mann und Frau bei Beerdigungen gemacht werden. Von den Frauen heißt es אין עולין עליהן בח״ע• Diese Stelle ist u. E. von sämtlichen bisherigen Uebersetzern nicht richtig aufgefaßt worden. Man übersetzte (ich wähle die Worte von Krauß in Jb. S. 231) ״Man rückte nicht ihretwegen als städtischer Ratsausschuß aus“. Ratsausschuß ist hier die Uebersetzung von ח״ע• Es ergibt sich eine ganze Reihe von Schwierigkeiten bei der Auffassung dieser Stelle in sachlicher Beziehung, die von Horovitz in H. S. 13 ff. und von Krauß in Jb. S. 231 ff. (mit den Noten von H.) eingehend besprochen werden. Auffallend erscheint aber jedenfalls nach dieser Auffassung die umständliche Äusdrucksweise עולין עליהן בח״ע; warum nicht einfach חבר עיר עולה עליהן? Die Stelle hat aber einen dem bisher angegebenen gerade entgegengesetzten Sinn. Gemäß allen von uns bisher gebrachten und weiterhin zu bringenden Stellen (s. bes. b’rachoth IV 7) sind die Worte בחבר עיר aufzufassen: ״Wo ein חבר עיר sich befindet“. In Städten also, wo ein solcher ist, fällt bei Beerdigungen von Frauen für die Privatleute die Pflicht fort, sich an der Beerdigung zu beteiligen; der ח״ע besorgt alles. Bei Beerdigung von Männern aber ist jeder zur Teilnahme ver-

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