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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 257

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 257 (sequence 39)
Language
German
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? חבר עיר Was ist 257 steten Teil in ihren Heimatort mitnehmen, um dort die Ortsarmen damit zu bedenken. Nun aber befand sich am Versamm״ lungsort ein cheber ir; d. h. die Gemeinde besaß eine öffent״ liehe Organisation für Ärmenpflege. Damit wurde den Ein״ zelnen die Belastung mit Älmosenspenden abgenommen.15 In vorliegendem Falle umfaßte der cheber auch die angeschlosse״ nen Dorfgemeinden (׳(כפרים also eine Bezirkskasse in modernem Sinn, die vielleicht auch die Wanderarmen unter Um״ gehung der angeschlossenen Orte nach dem nächsten Ort mit einem cheber wies, jedenfalls aber die Ärmen des eigenen Ortes und der angeschlossenen Dörfer befriedigte. Gerade hier wird uns so recht der Sinn des cheber ir als eines Organes innerhalb der Gemeindeorganisation klar. Er befand sich naturgemäß nur in Gemeinden, die kraft ihrer größeren Mitgliederzahl allen Zweigen öffentlicher Wohlfahrt besondere Aufmerksamkeit zu״ wenden konnten, die kleineren Dörfer mit unter ihren Schutz nehmend. Wenn Krauß (Jb. S. 21.6) gestützt auf Elbogen annimmt, daß der ״Stadtverband14 (= cheber ir) anstelle des alten מעמד getreten ist, so ist dies völlig abwegig, abgesehen davon, daß für diese Annahme ein Beweis überhaupt nicht erbracht wird. Nehmen wir nämlich an, daß die mischna״ Stellen, an denen ח״ע erwähnt wird, inhaltlich schon zur Tempelzeit bestanden haben, so fungierte er nicht anstelle der ׳מעמדות sondern neben ihnen, wenn sie aber erst um die Äbfassungszeit der mischna oder kurz vorher entstanden, so war doch damals der Konnex mit den ma’amodoth sicherlich völlig zerstört. Das hl. Land war gänzlich entvölkert. Erst langsam mochten sich die Ortschaften aus Schutt und Äsche wieder erhoben haben. Manche waren wohl gänzlich vom Erdboden verschwunden, andere an ihre Stelle getreten. Wie aber, so frage ich, kam dann der cheber ir nach Babylonien? Erstreckte sich die ma’amodoth-Organisation auch auf dieses 15 Denn die Hausbettler erhielten in einem solchen Falle nichts, allenfalls nur eine Kleinigkeit; vgl. baba b. 9a und Tos. Z. S. 23 Z. 20.

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