Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 248 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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248?חבר עיר Was ist Ordnung“. Welchen Sinn soll das nun hier haben? Offenbar doch nur den, daß er für sich einen Sondergottesdienst unter sich abhielt, also gleichsam ein Privatminjan. Wer sollte dann nun von dieser hohen Körperschaft einen kohen ״angaffen“, wenn kein gewöhnlicher Laie zugegen ist? Älso muß man annehmen, daß die Stadtverwaltung, also die ״Sgnagoge höherer Ordnung“, den allgemeinen Volksgottesdienst besuchte; damit ist die besuchte Synagoge wieder eine allgemeine Synagoge geworden, trotz der Gegenwart der ,,höheren Synagoge“. Nun noch zum Schluß eine Frage. Es genügt doch offenbar nicht, auf spekulativem Wege in dem חבר עיר eine Behörde konstruiert und gewonnen zu haben. Von einem Gewinn kann doch nur die Rede sein, wenn erwiesen ist, daß die konstruierte Behörde eine Behörde ist, die im praktischen Leben überhaupt möglich ist. Wie denkt sich denn nun K. seinen יח״ע Nach seinen Ausführungen gibt es kaum ein Ereignis, bei dem nicht der gesamte Ratausschuß in corpore anwesend zu sein hat. Bei jeder Geburt, bezw. Beschneidungsfeier, bei jedem Trauerfall, bei jedem einzelnen Ärmenunterstützungsfall, in der Stunde des Leides und der Freude. Dabei handelt es sich doch nach K. nur um größere Orte, wo derartige Fälle stündlich Vorkommen mögen. Uebersteigt dies nicht Menschenkraft? Haben doch alle Mitglieder kaum eine Sekunde des Tages für sich zu erübrigen! Wann soll der Lehrhausvorsteher eine Zeit für seine Jeschibah herausschlagen? Zumal nach K. der ח״ע auch für einen größeren Bezirk mitzufungieren hat! Man lese nach, wie schwer die ״Synagoge höherer Ordnung“ nach ihm mit Pflichten dauernd bepackt ist. K. liebt es in dieser seiner Abhandlung, plötzlichen Ideeneingebungen des Augenblickes oft ein allzuhohes Gewicht beizulegen, ihre Ergebnisse dann, mögen sie auch den Stempel der Unwahrscheinlichkeit, ja Unmöglichkeit, an der Stirne tragen, gutgläubig zur Grundlage weiterer Untersuchungen zu machen, als wären sie unanfechtbare Axiome, und dann derartig gewonnene Resultate auf einander zu schichten, so daß ein Gebäude entstehen konnte, wie wir es gesehen. Seine