Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 225 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Prophetenlektüre im Religionsunterricht 225 Wie eine solche Behandlung der Texte im einzelnen gedacht ist, das mag an zwei Beispielen erläutert werden. Selbstverständlich ist es nicht möglich, hier ein unmittelbares Bild des Unterrichts zu geben, der durch Frage und Antwort sein Gepräge erhält, und der gewiß desto fruchtbarer ist, je mehr die Initiative beim Schüler liegt, sondern es soll hier nur ein mehr oder weniger skizzenhafter und schematischer Ueberblick über die Erörterungen, die etwa der Lehrer zum Unterricht beisteuern könnte, gegeben werden. 1. Beispiel: Jesaja K. 40, 1—41 (ich halte es nicht für unmöglich, auch das ganze Kapitel als Einheit zu lesen). Dieses Stück versuche ich vom musikalischen Gesichtspunkt aus, gleichsam als eine symphonische Dichtung vorzuführen. Ich gebe den einzelnen Motiven Namen, um den Ueberblick zu erleichtern. Selbstverständlich muß man mit solcher Namengebung äußerst vorsichtig sein, damit der Schüler nicht glaube, mit dem Namen, der lediglich ein technisches Hilfsmittel sein soll, nun auch das Wesen des betreffenden Motivs erschöpfend charakterisiert zu haben. Es dürfte sich empfehlen, — vorausgesetzt, daß man die Methode überhaupt billigt, — die Namen im einzelnen von den Schülern selbst wählen zu lassen. Ich unterscheide: 1. ) das Trostmotiv 2. ) das Motiv der anbrechenden Gottesherrschaft und der Erlösung Israels (messianisches Motiv) 3. ) das Motiv des Zweifels (genauer: der Verzagtheit und Resignation) 4. ) das Motiv des Glaubens. Es folgt eine skizzenhafte Änalgse: Ganz zart hebt das Tröstmotiv an ״Tröstet, tröstet hiein Volk; spricht euer Gott, Redet Jerusalem zu Herzen und rufet ihm zu, daß erfüllt ist seine Leidenszeit, daß abgetragen ist seine Schuld — — —־ — — Eine überirdische Stimme ertönt. Mit der Aufforderung dier nahenden Gottheit iri der