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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 219

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 219 (sequence 113)
Language
German
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Bücherbesprechungen 219 fassung und ist dahin auszulegen, daß man noch so viel (כל) Geschäfte betreiben könne und dennoch nicht ,,weise'‘ zu sein brauche. Er ist also folgendermaßen zu interpretieren: ,,Wer viel Geschäfte betreibt, wird noch nicht weise“. Von hier aus fällt ein Licht auf den ersten Satzteil אין בור ירא חטא ולא עם הארץ חסיד• Auch dieser stellt eine Polemik gegen gewisse Zeitanschauungen dar, gegen gewisse Strömungen, die in jener Zeit, in der sich die Entstehung des Christentums vorbereitete, herrschten und die Unwissenheit und Einfalt als die wahre Frömmigkeit priesen, eine Anschauung, die ihre Zuspitzung in dem bekannten Satz der ״Bergpredigt“ erfuhr: ״Selig sind die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich des Himmels“ (Matth. 5, 3). Gegen eine solche Auffassung der Frömmigkeit wendet sich nun Hillel und weist darauf hin, daß es töricht und falsch sei, Einfalt und Gottesfurcht zu identifizieren. Das Wesen der Frömmigkeit bestehe nicht in der bloßen Einfalt, nicht in der Ab- Wesenheit des Wissens, liege nicht in etwas Negativem, $ondern in etwas Positivem. Demgemäß ist der Satz folgendermaßen zu verstehen: ״Ein Unwissender ist noch nicht Sündenscheu, ein Ämhaarez noch nicht fromm“. So wird man m. E. dem Sinn des Ausspruchs am besten gerecht, und man braucht zu seinem Verständnis nicht erst auf unser ״Zeitalter der allgemeinen Volksbildung“ hinzuweisen und ihn als eine ״Anpreisung der Bildung von seiten Hillels“ hinzustellen. Bücherbesprechungen. Nethan Asch: Als die Firma verkrachte. Rütten u. Löning Frankfurt 1929. Geh. 3.50, Geb. 5.50. Erwerbsinstinkte, die trotz Amerikas Zivilisation nur wenig von ihrem Raubtierhaften verloren haben, Besessene, deren einziger Lebensmotor dieser Instinkt ist. Gernegroße, Zerschlagene und Blasierte — all’ diese beschreibt der Verfasser mit der Fixigkeit und Wahrheitstreue einer Filmkamera. Schief gesehen ist (wohl der einzige Versager): ein alter Jude. Aber den glaubt dem Verfasser

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