Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 217 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293065-2293067--10432-2303727- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Äbot II 5 217 wird das Stück als ״Innendrama“ (Diebold) immer viel zu sagen haben, doch in West-Europa wird es sich kaum Heimatrecht erwerben.3) Abot II 5. Von Saul Kaatz Jn der ״Festschrift zum 70. Geburtstag David Hoffmanns“, Berlin, 1914, S. 105 f., habe ich den Satz Hilleis in Äbot II5 אין בור ירא חסא ולא עם הארץ חסיד וכח zu beleuchten und seinen tieferen Sinn zu erschließen gesucht. Dient er doch christlichen Forschern als Beweis für die angeblich überhebliche Einschätzung der Thorakenntnis und die ungerechte Beurteilung der ״Armen im Geist“, welche die Rabbiner! sich hätten zuschulden kommen lassen. Man vergleiche z. B. den jüngst erschienenen Mischnakommentar der Theologieprofessoren Karl Marti und Georg Beer zu Äbot. Wie wenig der Satz Hillels verstanden wird, beweist auch eine Besprechung dieses Mischnakommentars, die Chanoch Ä1 b e c k in der ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“ 1929 veröffentlicht. Älbeck gibt darin S. 9 seiner Erwartung Ausdruck, daß man ״im Zeitalter der allgemeinen 3) Uebrigens ist dieselbe Idee des Sakheimschen Stückes (die Än-ski in einigen Szenen in jiddischer Sprache als Fragment hinterlassen hat, betitelt ״Zwischen Tag und Nacht“), auch von Ärno Nadel zu einem Drama (״Die Pest“) bearbeitet worden, das am 28. Dezember 1928 in Mannheim zur Uraufführung gelangt ist und nur einen Ächtungserfolg errungen hat. Die Besprechung des letzteren Werkes im Februarheft der Monatsschrift ״Die Literatur“ (früher ״Literarisches Echo“) gelangt zu dem Urteil (S. 285): ״Bei aller Großartigkeit und einprägsamen Symbolik bleibt die geistige Haltung dieses Werkes rätselhaft fremd und bedrückend, unangreifbar, aber auch unbegreiflich ....“ Dieses Urteil deckt sich mit dem unsrigen über Sakheims ״Der Zaddik“, der die gleiche Änlage und den gleichen Ideengang wie das genannte Stück, ״Die Pest“ von Ä. Nagel hat. Das Ganze ist übrigens ein interessanter Beleg für die Duplizität der Ereignisse im Theaterleben.