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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 179 (sequence 73)
Language
German
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Anders und nicht anderst 179 sehen Seele an ihrem Schaffen ist so minimal, daß von etwas Positivem, Selbständigem garnicht gesprochen werden kann. Ohne Zweifel war das religiöse Moment allein nicht immer so stark, daß es imstande gewesen wäre, solche Erscheinungen zu produzieren. Es muß im tiefsten Innern des Volkes etwas vorhanden sein, das unterbewußt imprägnierend und abwehrend wirkt. Dieses abwehrende, hindernde und hemmende Gefühl, von dem hier die Rede ist, kommt uns zum Bewußtsein in jenem Zustand der Unzufriedenheit, der jeden jaden ergreift, wenn er vor Dingen steht, die der nichtjüdischen Stellungnahme zur Transzendenz entstammen. Wenn der jüdische Mensch sich selbst, sein Innerstes, mit den Erscheinungen der Kultur, mit Kunst und Wissenschaft, Plastik, Lyrik und Musik uswr. konfrontiert, dann fühlt er, daß hier etwas nicht stimmt, daß sich ein Etwas in ihm gegen diese Dinge sträubt, seine Freude durch etwas getrübt ist, mit einem Wort, daß sie zu ihm keine rechte Beziehung haben, daß sie nicht zu ihm gehören. Das Gebiet des Ethisch-Äesthetisch-Logischen, auf dessen Linie sich das metaphysische Bedürfnis der Menschen aktiviert, ist für das jüdische Volk in den Bereich des דשות gerückt, durch die Äktivierungsmögiichkeiten der Thora gleichsam aufgesogen worden, und die große schöpferische Tat auf dem Gebiete dieser drei Möglichkeiten der Nachschöpfung der Natur als צלם אלקים war noch nicht und wird nicht sein. Der schwerwiegende Einwand dagegen ist, daß die Kulturbetätigungen der Menschen doch schließlich letzten Endes der menschlicher Natur selbst entstammen, allgemein menschlich sind, ,,im Grunde nicht vom Menschen gehabt, sondern ihn haben“. Und diese Frage kann tatsächlich mit den Mitteln des Ratio nicht restlos beantwortet werden und ich habe deshalb auf unser von Grund auf ״Anderssein“ hingewiesen, auf unsere ״Wesenhaftigkeit“, darauf, daß die Thauro mit den Eigenschaften und Fähigkeiten des Menschen in einer innigen Beziehung steht, daß die allgemein-menschlichen Eigenschäften des Juden in der Thora erschöpft, daß sie

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