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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 174

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 174 (sequence 68)
Language
German
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174 Änders und nicht anderst tung und zum Teil schärfste Ablehnung ausgelöst hat. Und so ging es allen jüdischen Philosophen dieser Art, ,,Kusari“, ״Akeda“ und sogar der erhabene חובות הלבבות bei dem das Studium des ersten Kapitels, in dem das Dasein und die Einzigkeit Gottes logisch bewiesen wird, verpönt ist. Die vielen Tausende philosophisch-wissenschaftlicher Schriften, die in den Bibliotheken modern und nie vom Volke zur Kenntnis genommen wurden, seien nur andeutungsweise erwähnt. Und diese Aeußerungen der jüdischen Masse sind untrügliche Beweise dafür, daß ein hinderndes und hemmendes Etwas dem Eindringen logisch-ethisch-ästhetischer Elemente in den Komplex jüdischer Geistigkeit entgegenstehen. Man kann da nicht vor über gehen, es ist eine erstaunliche Tatsache, daß diesem Volke, das dem logischen und ethischen Bedürfnis schon großen Tribut gezahlt hat, im tiefsten Innern seiner Wesenhaftigkeit ein unfaßbares Sichwehren gegenüber gewissen allgemein-menschlichen Faktoren zu eigen ist. Bezeichnenderweise sind selbst die Verstandesfunktionen, mittels deren man die Thora begreift und deutet, gleichfalls vom Sinai geoffenbart. ,ר, ישמעאל אומר בי״ג מדות התורה נדרשת וכו Vor demselben Phänomen stehen wir bei der Frage der jüdischen Kunst. Ja daß es überhaupt zur Frage kommen konnte — wir wissen, daß ein gewichtiger Faktor menschlicher Kunstäußerung, die Plastik, durch das Religionsgesetz unterbunden wurde, andererseits aber noch genug Möglichkeiten übrig blieben, um ein hemmungsloses Kunstbedürfnis zu befriedigen. Und eben diese anderen erlaubten Möglichkeiten, in denen sich das verhaltene Kunstbedürxnis ausleben durfte, müßten ganz besondere Erlebnisse zeitigen. Trotzdem z. B. das mohamedanische Religionsgesetz bildliche Darstellungen verbietet, gibt es doch einen maurischen Stil, der ein typischer Ausdruck der maurischen Seele, die Gestaltung und Entladung eines intensiven Fühlens des ganzen Volkes ist. Wo ist die jüdische Architektur? Herr Dr. Nathan Birnbaum will dieses Manko, welches er selbst konstatiert, dahin begründen, daß die Energien des jüdischen Volkes nicht ausreichten, etwas anderes, außerhalb

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