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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 173 (sequence 67)
Language
German
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Anders und nicht anderst 173 sie als K o 11 € k t i v - L e b e n s w i 11 e n der Gesamtheit werten. Der Ethik und Moral als staatserhaltende Elemente sind deutlich ihr Charakter als, durch den Staat, als personifizierte Mehrheit, sanktionierter egoistischer Lebenstrieb aufgeprägt. Deutlich genug tritt dieser Gedanke auch im Talmud hervor, indem er die moralischen und ethischen Handlungen der Nicht juden als egozentrisch wertet. Egozentrisch deshalb, weil sie gleich allen Aeußerungen des Menschen, auf Bejahung seines eigenen Ichs zurückzuführen sind, nur wird beim jüdisehen Menschen ein Teil seiner moralischen Komplexe von der Thora mit in den Bereich des Ewigen einbezogen. Beim Nichtjuden, wo dies natürlich nicht der Fall ist, bleiben sie weiter nichts als Intensivierungen seines lens. חסד לאומים חטאת•••״ כל טיבו דעבדין או״ה אינן עבדין אלא לעצמן— (גם, ב*ב)• Die מצות התורה sofern die uns ״sozial“, ״staatserhaltend“ erscheinen, sind Formen und Mittel unseren Willen zum Sein, zu wahrem Sein zu gestalten. Wenn wir nun den מצות התורה als Ausstrahlungen göttlichen Willens, die in uns verankerten relativen, endlichen und unewigen moralisch-ethischen Instinkte unterschieben, begehen wir einen ungeheuren folgenschweren Irrtum. Wenn man je daran gegangen ist, für die ״ מצות התורהBegründungen“ zu suchen (דרשיגןטעמאדקרא) geschah dies lediglich zum Zwecke halachischer Folgerungen. Und wenn wir in der späteren jüdischen Literatur rationalistische Tendenzen vorfinden, so sind andererseits die schärfsten Ablehnungen unzählig. Ich greife hier eine von vielen heraus: אמרו בזהר דאורייתא מהכמה נפקת כי טעמי מצות לא נתגלו והם למעלה מהשכל וההבנה♦ וגם באיזהו מסומן שנתגלה ונתפרש איזהו טעם המובן לנו לבדו תכלית הטעם וגבולו אלא בתוכו מלובש פנימיות ותעלומות חכמה שלמעלה "מהשכל וההבנה- [ספר ליקוטי אמרים] Bezeichnenderweise haben sich die Werke der bedeutendsten jüdischen Philosophen, die sich bemühten, die Thora vom logischen, ethischen Gesichtspunkte zu erfassen, bis auf den heutigen Tag in der Masse nicht durchsetzen können. Es genügt, auf keinen Geringeren als auf Rambam hinzuweisen, dessen ״Moreh“ bis auf den heutigen Tag scheue Zurückhai- 5

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