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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 171

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 171 (sequence 65)
Language
German
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Änders und nicht anderst 171 als menschliches, in die Ewigkeit reichendes Tun, als aus dem Komplex des relativ-endlichen Menschentums herausgehobene Fähigkeiten. Alles andere ist relativ, endlich, wertlos, kann nur durch Anlehnung, Einbeziehung in die beiden Bereiche der ,מצוד und עבירה zu wahrem Sein gestaltet werden, denn alles was unewig, hat kein wahres Sein, verfällt dem Nichts. Alles was ist, ist gut — auch die עבירה welche ja schon kraft der göttlichen Zurkenntnisnahme in den Bereich des Ewigen eingeführt wurde, ist gut, d. h. in ihrem innersten Wesen hat sie durch ihre Beziehnug zur Teschuwah die Möglichkeit der Einigung mit Gott. Das Wesen der Teschuwah, ihr Zusammenhang mit der עבירה in ihrer Gänzlichkeit und Beziehung zum Sein, zum Guten, ist ein Gebiet, das nicht in den Rahmen dieser Ausführungen gehört, hier soll nur vorweg genommen werden, daß Nichtsein absolut schlecht, Sein absolut gut ist ... וירא אלקים את כל אשר עשה והנה טוב מאד* Als Gott die Welt erschuf, sie dem Nichtsein entriß, zu Sein gestaltete, da sprach er an jedem Tage, je mehr die Schöpfung ins Sein hinübertrat, das Wort טוב ,,Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe es war sehr gut“. Und gut war es, weil es war. Mit diesem Gedankengange können wir auch יצר לב האדם רע מנעוריו verstehen, weil der Mensch ohne Einbeziehung seines Wesens, seiner Aeußerungen in den Bereich des Absoluten, nicht wirklich ist, dem Nichts verfällt, רע ist רע sich selbst überlassen, ohne Zusammenhang mit der göttlichen Ausstrahlung der Thora. Jede Mizwah, die Gott am Sinai offenbarte, hat eine ganz besondere Beziehung zu den menschlichen Kräften, zum jüdisehen Volkskörper überhaupt. *•• כי קרוב אליך הדבר מאד Es gibt keine menschliche Kraft, keine Wollung, kein Gefühl, das nicht, der Möglichkeit nach, mit in den Komplex des Ewigen erfaßt, einbezogen, der Verabsolutierung fähig wäre. (Auch der רשות ) Es ergibt sich also, daß alle Bewußtseinsäußerungen des Menschen alle Moral, Philosophie, Kunst, Ethik usw. wertlos, relativ und unewig ist, insofern sie nicht von Gottes

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