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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 167 (sequence 61)
Language
German
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Änders und nicht anderst 167 Summe all dieser Innenvorgänge im Menschen nennen wir sein ,,Ich“. Dieses Ich ist nun vom Ich eines Änderen auch bei gleichen Bewußtseinsvorgängen, in einer grundlegenden Weise verschieden. Die Tatsache der verschiedenen Individualität ist durch die Zurückführung auf biologische oder sozialökonomische Bedingungen, nicht restlos geklärt, es gibt ein Etwas, das uns im Grunde nicht faßbar ist und bei jedem Ding seine eigentliche Wesenhaftigkeit ausmacht. Unter ״Wesenhaftigkeit“ verstehe ich nicht nur die Summe aller äußeren und inneren Merkmale, die ein Ding vom zweiten unterscheiden, sondern ich verstehe darunter jenes unbegreifliehe Etwas, jene über allen hypothetischen Unterscheidungsmerkmalen stehende Wesenhaftigkeit der Dinge. Dieselbe typische, ureigene, ins Gebiet der Transzendenz reichende Einheit des Wesens, die wir beim Einzelding feststellen, hat auch bei der Gemeinschaft von Menschen, bei der Familie, Rasse, Nation diese Anwendung. Die jedem Geschöpf anhaftende typische Wesenhaftigkeit schließt nicht ein Gemeinsames, Umfassendes bei der Masse aus. Wir wissen z. B., daß der europäische Mensch verschiedene Phasen in einem Wachsein und Erleben mitgemacht hat und mitmacht. Wenn wir den Mensch der Romanik dem Menschen des Rokoko, den des frühchristlichen Byzantinismus dem Mensehen des klassizistischen Zeitalters gegenüberstellen, dann haben wir den unauslöschlichen Eindruck, grundverschiedene Menschen vor uns zu haben, verschieden nicht nur in ihrem äußerlichen Habitus, in ihrer seelischen Veranlagung das Leben zu sehen, sondern auch durch ihre tiefe, nicht durch Worte zu präzisierende Wesenhaftigkeit. Und doch, wenn wir sie alle dem ägyptischen Menschen z. B. gegenüberstellen und uns vor Äugen führen, dann sehen wir an ihnen ein großes Gemeinsames aufgeprägt. Ebenso erscheint uns der Äegypter, der eine ältere Kultur mit vielen auf- und absteigenden Phasen erlebt hat, und sicherlich auch seine ״Gotik“ und seine ״Renaissance“ auf zu weisen hat, als ein Begriff, den wir nur auf Äegypten anwenden und der uns mit einem

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