Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 166 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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166 Änders und nicht anderst Der Gedanke der Humanität führte zu Befreiung von äußerer Knechtschaft und Unterdrückung, aber dieser gegenüber glaubt man auch jede innere Bindung und Verpflichtung aufgeben zu müssen, um der Freiheit würdig zu sein. Mehr als alle Biographien sind diese Gutachten und Anschauungen geeignet, die Charakterbilder und Persönlichkeiten der führenden Geister zu zeichnen und ihr Denken und Wollen darzulegen. Mit innerer Bewegung stehen wir ihrem geistigen Kämpfen und Ringen um die Bewahrung des überkommenen Vätererbes gegenüber und empfinden tiefe Ehrfurcht vor diesen charaktervollen Gestalten, welche die kommende Entwicklung vorgeahnt und mit fast seherischem Äuge weit über die Grenzen ihrer Zeit hinaus sahen und dem Ewigkeitsgedanken des Judentums ihre ganze Lebensarbeit widmeten. Nur durch ihre Willenskraft und Ueberzeugungstreue konnten sie ein Werk schaffen, das den äußeren und inneren Stürmen des vergangenen Jahrhunderts standhielt und dessen Wirkung und Segen noch heute ihre Enkel dankbar verspüren, als lebendiges Judentum. Anders und nicht anderst. Von Siegmund Forst In Nummer 11/12 des ,,Jeschurun“ (XV. Jahrg.) hat Herr Dr. Nathan Birnbaum meinen Aufsatz ,,Judentum und seine Beziehung zur Umwelt“ einer Kritik unterzogen und ich kann nicht umhin, die Ausführungen Dr. Birnbaums zu erwidern, umso mehr, als es sich um jüdische Angelegenheiten prinzipiellen Charakters handelt, durch deren Erörterung in sie Klarheit zu bringen, versucht werden soll. Ich hoffe, den Einwendungen Dr. Birnbaums zu begegnen, wenn ich mich im Folgenden auch nicht direkt auf seine Ausführungen beziehe. "הן עם לבדד ישכון ובגרים לא יתחשב Jeder Mensch, mit seinen Eindrücken, Gefühlen, Wollungen und Empfindungen, bildet ein einheitliches Ganzes. Die